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Deutsche Siedler in Jamestown : „Was in Amerika gedieh“

  • Aktualisiert am

1607 kam mit Johannes Fleischer auch ein Deutscher nach Jamestown Bild: AP

Jamestown wird als erste dauerhafte Siedlung der Engländer auf dem amerikanischen Kontinent bezeichnet. Aber unter den frühen Siedlern waren auch andere Europäer - unter anderem der Deutsche Johannes Fleischer.

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          Jamestown wird als erste dauerhafte Siedlung der Engländer auf dem amerikanischen Kontinent bezeichnet. Aber unter den frühen Siedlern waren auch andere Europäer - unter anderem Deutsche. Neuere Forschungen haben ergeben, dass sogar schon unter den ersten Kolonisten, die am 13. Mai 1607 Jamestown gründeten, ein Deutscher gewesen ist: der Botaniker und Mediziner Johannes Fleischer. Darauf lasse ein in Latein verfasster Brief schließen, den Fleischer an einen der Investoren der „Virginia Company“ geschrieben habe, sagt Beverly Straube, die Verantwortliche für die archäologische Sammlung von Jamestown.

          Das Schreiben datiere von 1607, und als Absendeort sei der lateinische Name von Jamestown, „Jacobpolis“, angegeben. Nach allem, was man bislang wisse, sei Fleischer der einzige der 104 Gründungskolonisten gewesen, der nicht aus England stammte. Johannes Fleischer kam aus Breslau und machte seinen Universitätsabschluss in Basel. Nach Virginia kam er, um die für ihn exotische Pflanzen- und Tierwelt zu studieren und neue Arzneien zu suchen. Der deutsche Botaniker starb freilich schon im Sommer 1608. Von seinem Grabstein ist die Inschrift überliefert: „Er begutachtete, was der deutsche Boden an Pflanzen hervorbrachte; was in Amerika gedieh, sah er auch und fand dabei den Tod.“

          Heute sehen Besuchern die Technik des Glasblasens

          Nicht lange nach Fleischers Tod kamen am 29. September 1608 drei deutsche Glaser nach Jamestown: Adam, Samuel und Francis. Die „Virginia Company“ hatte ihnen aufgetragen, Fensterglas für Gebäude in London zu produzieren. Im Dezember 1608 war die Versorgungslage im Fort allerdings derart katastrophal, dass Gouverneur John Smith die drei Deutschen zu den Powhatan schickte, damit sie dem Indianerhäuptling gegen Verpflegung beim Bau seines Hauses halfen.

          Die Glaser, froh darüber, der Hungersnot im Fort entronnen zu sein, beschlossen, die Indianer gegen einen möglichen Angriff der Siedler zu unterstützen. So nutzten sie die Glaserwerkstatt, die 1619 in einiger Entfernung vom Fort gebaut wurde, zum Waffenschmuggel. Heutzutage wird Besuchern von Jamestown dort die Technik des Glasblasens demonstriert. John Smith bemerkte wohl, was die Glaser trieben, ohne jedoch einzuschreiten. Das besorgten die Indianer, die den Verrätern misstrauten. Francis wurde im Winter 1609 von den Powhatan getötet, Samuel und Adam ereilte das gleiche Schicksal im Mai 1610.

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