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Deutsche Bahn : Wieder Mädchen von Schaffner ausgesetzt

  • Aktualisiert am

Ausstieg zur Unzeit: das kommt vor bei der Bahn Bild: AP

Ein Sprecher der Deutschen Bahn hat bestätigt, dass ein Schaffner in Ostdeutschland abermals ein Mädchen eines Zuges verwiesen hat, weil sie ohne Fahrkarte unterwegs war. Der Mann habe dem Kind darüber hinaus einen Anruf bei seiner Mutter auf dem Diensthandy verweigert.

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          Abermals ist ein Kind eines Zuges verwiesen worden, weil es keinen gültigen Fahrschein hatte. Ein Schaffner habe die Dreizehnjährige bereits am Mittwoch in Wittstock (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) zum Verlassen des Zuges gezwungen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag. Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Märkischen Allgemeinen“.

          Die Schülerin war auf dem Rückweg von der Schule von Heiligengrabe nach Neuruppin und hatte ihre Geldbörse samt Schülerausweis vergessen. Sie habe dem Schaffner unter Tränen versichert, dass sie weder über ein Handy noch Geld verfüge, um ihre Mutter zu benachrichtigen, schreibt das Blatt. Der Mann habe sich auch nicht dadurch erweichen lassen, dass sie keine Verwandten in Wittstock hat.

          Anruf mit dem Diensthandy verweigert

          Zudem habe der Bahnbedienstete die Bitte ignoriert, mit seinem Diensthandy die Mutter des Mädchens anzurufen, damit diese in Neuruppin die geforderte Gebühr von 40 Euro bezahlen könne. „Er hat meiner Tochter erklärt, dass dies ein Diensthandy sei und ihm keiner die Gesprächskosten ersetze“, zitiert die Zeitung die Mutter. Am Ende half ein Taxifahrer dem Mädchen weiter. Eine erste Prüfung bestätigte laut Bahn-Sprecher im Wesentlichen den Sachverhalt. Das Unternehmen habe daraufhin umgehend Kontakt mit der Familie des Mädchens aufgenommen und sich „in aller Form entschuldigt“. Diese habe die Entschuldigung angenommen.

          Der Schaffner sei vorläufig „aus dem Dienst genommen“ worden und müsse mit dienstrechtlichen Konsequenzen rechnen, hieß es. Es gebe die klare Regelung, dass Minderjährige unter keinen Umständen aus dem Zug gewiesen werden dürfen, betonte der Sprecher. Der Vorfall werde jetzt gründlich untersucht. Er ist vor dem Hintergrund eines ähnlichen Zwischenfalls in Mecklenburg-Vorpommern brisant. Dort hatte eine Zugbegleiterin ein zwölfjähriges Mädchen im Oktober in der Dunkelheit aus dem Zug gesetzt, weil es sein Portemonnaie samt Fahrkarte vergessen hatte. Die Schülerin war auf dem Weg nach Rostock zum Musikunterricht und musste mit ihrem Cello fünf Kilometer nach Hause laufen. Auch hier hat sich inzwischen die Bahn bei der Familie entschuldigt.

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