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Der Sternhimmel im März : Der Vollmond schiebt sich in den Schatten

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Am 3. März ereignet sich eine totale Mondfinsternis über Mitteleuropa. Das wissenschaftliche Interesse daran ist heutzutage nicht mehr allzu groß. Das war in vergangenen Jahrhunderten, zur Zeit der großen Entdeckungsreisen, ganz anders.

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          Das wohl spektakulärste astronomische Ereignis des Jahres findet gleich zu Beginn des Monats statt. In den späten Abendstunden des 3. März gegen 22.30 Uhr beginnt sich der Vollmond in den Kernschattenkegel der Erde zu schieben. Zwischen 23.44 Uhr und 0.58 Uhr ist unser Erdtrabant dann vollständig im Erdschatten verschwunden, die Mondfinsternis ist total. Trotzdem wird der Mond noch als blasse rötlich-braune Scheibe zu erkennen sein, da ein geringer Anteil des Sonnenlichts durch die Brechung in der Erdatmosphäre in den Erdschattenkegel gelenkt wird und dadurch die Mondscheibe noch etwas Restlicht erhält. Nach dem Ende der totalen Verfinsterung braucht der Mond dann noch 1 Stunde 14 Minuten, bis er schließlich um 2.12 Uhr ganz aus dem Erdschatten getreten ist.

          Die Halbschattenphase, in der die Sonne, vom Mond aus gesehen, nur teilweise von der Erde verdeckt wird, kann nur jeweils etwa eine halbe Stunde lang vor dem Eintritt und nach dem Austritt des Mondes aus dem Kernschatten als leichte Abschwächung und Verfärbung des Mondlichts wahrgenommen werden. Wenn die Wetterverhältnisse eine Beobachtung dieser Finsternis nicht zulassen, dauert es bis zur nächsten totalen Mondfinsternis ein knappes Jahr, nämlich bis zum 21. Februar 2008.

          Mond bedeckt den Saturn

          Am 19. März ereignet sich eine partielle Sonnenfinsternis, welche in nahezu ganz Asien sowie in Teilen von Alaska und des Nordpolarmeers beobachtet werden kann. Während totale Sonnenfinsternisse auch heute noch großes wissenschaftliches Interesse finden, ist das bei Mondfinsternissen nicht mehr der Fall. Das war zur Zeit der großen Entdeckungsreisen im 15. und 16. Jahrhundert anders. Eine Mondfinsternis, die in einem großen Teil der Welt gleichzeitig beobachtet werden kann, bot die Möglichkeit, aus den Differenzen der Beobachtungszeiten an verschiedenen Orten die Unterschiede ihrer geographischen Länge zu bestimmen. Ein weiteres Himmelsschauspiel ereignet sich am 2. März. Um 3.38 Uhr bedeckt der Mond den Planeten Saturn. 33 Minuten später, gegen 4.11 Uhr, tritt der Ringplanet wieder hinter dem beleuchteten Mondrand hervor.

          Bild: dpa

          Rasch nimmt die Mittagshöhe der Sonne im März von 32 1/2 Grad auf 44 Grad zu, was sich in einer Ausweitung der Tageslänge um fast zwei Stunden, von 10 Stunden 57 Minuten auf 12 Stunden 49 Minuten, niederschlägt. Die Sonne passiert am 21. März um 1.07 Uhr den Frühlingspunkt, einen der beiden Schnittpunkte zwischen Himmelsäquator und Ekliptik. Dann steht unser Tagesgestirn bis zum 23. September auf dem nördlichen Teil der Himmelskugel.

          Luchs verdrängt Fuhrmann

          Obwohl noch immer die hellen Wintersternbilder um den Himmelsjäger Orion das südwestliche Himmelsareal dominieren, nimmt der Winter nun seinen Abschied. Zwar stehen alle Bilder des Winters noch über der Horizontlinie, der vorausgehende Stier hat jedoch mit seinen westlichsten Sternen schon fast Horizontberührung. Auch der Orion neigt sich bereits dem Westhorizont entgegen, genauso wie der diesem südlich folgende Große Hund, dessen Hauptstern Sirius alle anderen Fixsterne an Helligkeit übertrifft. Der Fuhrmann hat zwar seine Position im Zenit verlassen, die jetzt das unscheinbare Sternbild Luchs einnimmt, hält sich jedoch genau wie die Zwillinge und der Kleine Hund noch recht hoch auf.

          Bei besten Sichtverhältnissen kann man tief im Süden einige Sterne der Konstellationen Achterdeck und Kompass erspähen. Sie sind Teil des Sternbilds Schiff Argo, das in drei Teile aufgeteilt ist: Schiffskiel, Achterdeck und Segel; in unseren Breiten steigen aber nur die Sterne des Achterdecks über die Horizontlinie. Das Bild Kompass wurde erst 1752 durch Lacaille hinzugefügt.

          Dem Löwen folgt die Jungfrau

          In der höheren südlichen Himmelsregion ist das Tierkreisbild Krebs wegen der Lichtschwäche seiner Sterne nur bei guten Sichtbedingungen zu entdecken. Es enthält mit Praesepe (M44) einen hellen, offenen Sternhaufen, der mit bloßem Auge als kleines Nebelwölkchen auch am Großstadthimmel zu erkennen ist. Der Krebs leitet von den Wintersternbildern zu den Bildern des Frühlings hinüber, wo das Doppeltrapez des Löwen die Blicke auf sich zieht. Sein Hauptstern Regulus steht nahezu exakt auf der Ekliptik, der scheinbaren Sonnenbahn. Da auch der Mond in der Nähe der Ekliptik seine Bahn um die Erde zieht, wird Regulus immer wieder von unserem Erdtrabanten bedeckt, so auch in den Morgenstunden des 30. März. In Frankfurt schiebt sich der nahezu volle Mond um 5.30 Uhr vor Regulus.

          Allerdings ist diese Bedeckung nur schwer zu beobachten, da Mond und Regulus kurz vor ihrem Untergang und damit horizontnah stehen. Dem Löwen folgt im Tierkreis die Jungfrau mit dem hellen Hauptstern Spika nach. Ein weiteres Frühlingssternbild ist der Bootes mit dem orange-rötlich leuchtenden Arkturus, der nordöstlich der Jungfrau zu finden ist. Der mit seinem vorausgehenden Wagenkasten schon in die zenitnahe Himmelszone aufgestiegene Große Wagen weist mit seiner gebogenen Deichsel Richtung Arkturus.

          Venus bietet spektakulären Anblick

          Der Blick an den Untergangshimmel im Nordwesten zeigt, dass sich noch letzte Relikte der Herbststernbilder Andromeda und Widder über der Horizontlinie befinden. Sie können sich aber nur noch mühsam gegen den Horizontdunst durchsetzen, wie auch im Norden die Zirkumpolarbilder Kassiopeia und Kepheus. Am Abendhimmel bietet die Venus jetzt einen spektakulären Anblick. Das hellste aller Gestirne nach dem Mond geht Ende des Monats erst nach 23 Uhr Sommerzeit unter. Damit dehnt der Abendstern seine Sichtbarkeitsdauer im Monatsverlauf um fast eine Stunde auf über drei Stunden aus. In den frühen Abendstunden des 21. März hält sich die zunehmende Mondsichel in Venusnähe auf.

          Ein Objekt fast der gesamten Nacht ist Saturn. Der äußerst langsam in westlicher Richtung durch das Tierkreisbild Löwe ziehende Ringplanet steht außer in den Morgenstunden des 2. März, wenn er vom Mond bedeckt wird, auch am Morgen des 29. März gegen 5 Uhr in unmittelbarer Nähe des Mondes. Die Sichtbarkeit des Jupiter bleibt auf die zweite Nachthälfte beschränkt, obwohl er seine Aufgangszeiten um 1 3/4 Stunden im Monatsverlauf Richtung Mitternacht verlagert. Die übrigen Wandelsterne Merkur, Mars, Uranus und Neptun halten sich in Sonnennähe auf. Sie fallen als Beobachtungsobjekte aus.

          Sonne: 1. März Sonnenaufgang: 7.09 Uhr, Sonnenuntergang: 18.06 Uhr; 31. März Sonnenaufgang: 7.05 Uhr, Sonnenuntergang: 19.54 Uhr (Sommerzeit).

          Mond: 4. März, 0.17 Uhr: Vollmond; 12. März, 4.54 Uhr: letztes Viertel; 19. März, 3.43 Uhr: Neumond; 25. März, 20.16 Uhr: erstes Viertel.

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