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Der Sternhimmel im März : Der Vollmond schiebt sich in den Schatten

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Bei besten Sichtverhältnissen kann man tief im Süden einige Sterne der Konstellationen Achterdeck und Kompass erspähen. Sie sind Teil des Sternbilds Schiff Argo, das in drei Teile aufgeteilt ist: Schiffskiel, Achterdeck und Segel; in unseren Breiten steigen aber nur die Sterne des Achterdecks über die Horizontlinie. Das Bild Kompass wurde erst 1752 durch Lacaille hinzugefügt.

Dem Löwen folgt die Jungfrau

In der höheren südlichen Himmelsregion ist das Tierkreisbild Krebs wegen der Lichtschwäche seiner Sterne nur bei guten Sichtbedingungen zu entdecken. Es enthält mit Praesepe (M44) einen hellen, offenen Sternhaufen, der mit bloßem Auge als kleines Nebelwölkchen auch am Großstadthimmel zu erkennen ist. Der Krebs leitet von den Wintersternbildern zu den Bildern des Frühlings hinüber, wo das Doppeltrapez des Löwen die Blicke auf sich zieht. Sein Hauptstern Regulus steht nahezu exakt auf der Ekliptik, der scheinbaren Sonnenbahn. Da auch der Mond in der Nähe der Ekliptik seine Bahn um die Erde zieht, wird Regulus immer wieder von unserem Erdtrabanten bedeckt, so auch in den Morgenstunden des 30. März. In Frankfurt schiebt sich der nahezu volle Mond um 5.30 Uhr vor Regulus.

Allerdings ist diese Bedeckung nur schwer zu beobachten, da Mond und Regulus kurz vor ihrem Untergang und damit horizontnah stehen. Dem Löwen folgt im Tierkreis die Jungfrau mit dem hellen Hauptstern Spika nach. Ein weiteres Frühlingssternbild ist der Bootes mit dem orange-rötlich leuchtenden Arkturus, der nordöstlich der Jungfrau zu finden ist. Der mit seinem vorausgehenden Wagenkasten schon in die zenitnahe Himmelszone aufgestiegene Große Wagen weist mit seiner gebogenen Deichsel Richtung Arkturus.

Venus bietet spektakulären Anblick

Der Blick an den Untergangshimmel im Nordwesten zeigt, dass sich noch letzte Relikte der Herbststernbilder Andromeda und Widder über der Horizontlinie befinden. Sie können sich aber nur noch mühsam gegen den Horizontdunst durchsetzen, wie auch im Norden die Zirkumpolarbilder Kassiopeia und Kepheus. Am Abendhimmel bietet die Venus jetzt einen spektakulären Anblick. Das hellste aller Gestirne nach dem Mond geht Ende des Monats erst nach 23 Uhr Sommerzeit unter. Damit dehnt der Abendstern seine Sichtbarkeitsdauer im Monatsverlauf um fast eine Stunde auf über drei Stunden aus. In den frühen Abendstunden des 21. März hält sich die zunehmende Mondsichel in Venusnähe auf.

Ein Objekt fast der gesamten Nacht ist Saturn. Der äußerst langsam in westlicher Richtung durch das Tierkreisbild Löwe ziehende Ringplanet steht außer in den Morgenstunden des 2. März, wenn er vom Mond bedeckt wird, auch am Morgen des 29. März gegen 5 Uhr in unmittelbarer Nähe des Mondes. Die Sichtbarkeit des Jupiter bleibt auf die zweite Nachthälfte beschränkt, obwohl er seine Aufgangszeiten um 1 3/4 Stunden im Monatsverlauf Richtung Mitternacht verlagert. Die übrigen Wandelsterne Merkur, Mars, Uranus und Neptun halten sich in Sonnennähe auf. Sie fallen als Beobachtungsobjekte aus.

Sonne: 1. März Sonnenaufgang: 7.09 Uhr, Sonnenuntergang: 18.06 Uhr; 31. März Sonnenaufgang: 7.05 Uhr, Sonnenuntergang: 19.54 Uhr (Sommerzeit).

Mond: 4. März, 0.17 Uhr: Vollmond; 12. März, 4.54 Uhr: letztes Viertel; 19. März, 3.43 Uhr: Neumond; 25. März, 20.16 Uhr: erstes Viertel.

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