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Waffengesetz-Demonstrationen : Vater von getötetem Jungen ruft USA zu Schulstreik auf

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Menschen nehmen an einem "Marsch für unsere Leben" auf der National Mall in Washington, DC, USA, teil. Bild: EPA

Tausende nahmen am Samstag in Washington am „Marsch für unsere Leben“ teil, einer Demonstration für strengere Waffengesetze. Der Vater eines getöteten Schülers rief zum landesweiten Schulstreik auf – und Biden zur Pflicht.

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          Zweieinhalb Wochen nach dem Massaker an einer Grundschule in Texas haben in Washington und anderen Städten in den USA zahlreiche Menschen für strengere Waffengesetze demonstriert. Bei der zentralen Kundgebung in der US-Hauptstadt Washington nahmen am Samstag Tausende Menschen an dem „Marsch für unsere Leben“ („March for Our Lives“) teil, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Nach Angaben der Veranstalter waren es rund 40.000 Menschen.

          „Schützt Kinder, nicht Waffen“

          Die Demonstranten hielten Schilder in die Luft, auf denen Aufschriften wie „Gedanken und Gebete sind nicht genug“, „Schützt Kinder, nicht Waffen“ und „Genug ist genug“ zu lesen waren. Aktivisten stellten mehr als 45.000 Vasen mit Blumen auf – je eine für jeden Menschen, der seit 2020 in den USA durch Waffengewalt starb. Die Veranstalter hatten zu Demonstrationen in mehreren Städten in den Vereinigten Staaten aufgerufen, mehr als 450 Protestkundgebungen waren für Samstag geplant.

          In der texanischen Kleinstadt Uvalde hatte am 24. Mai ein 18-Jähriger mit einem Sturmgewehr in einer Grundschule 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen. Zum ersten „Marsch für unsere Leben“ war es nach dem Massaker an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida gekommen. Dort hatte im Februar 2018 ein 19 Jahre alter Schütze 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen und weitere Menschen verletzt.

          Manuel (Mitte) und Patricia (links) Oliver, die Eltern von Joaquin Oliver, einem der Opfer der Schießerei in Parkland, und der Waffenkontrollaktivist David Hogg, selbst Überlebender der Parkland-Schießerei, sprechen am Samstag während der Kundgebung „March for Our Lives“ auf der National Mall in Washington, DC gegen Waffengewalt.
          Manuel (Mitte) und Patricia (links) Oliver, die Eltern von Joaquin Oliver, einem der Opfer der Schießerei in Parkland, und der Waffenkontrollaktivist David Hogg, selbst Überlebender der Parkland-Schießerei, sprechen am Samstag während der Kundgebung „March for Our Lives“ auf der National Mall in Washington, DC gegen Waffengewalt. : Bild: AFP

          „Wir rufen zu einem landesweiten Streik“

          Bei der Kundgebung in Washington sprach unter anderem Manuel Oliver, der seinen Sohn bei dem Massaker in Parkland verloren hatte. Oliver rief Schüler dazu auf, dem Unterricht fernzubleiben, um den Druck auf die Politik zu erhöhen, strengere Waffengesetze zu verabschieden. „Wir rufen auf zu einem landesweiten Streik amerikanischer Schüler aller Bildungsstufen“, sagte er. Von US-Präsident Joe Biden forderte Oliver, im Weißen Haus ein Büro für die Prävention von Waffengewalt zu schaffen.

          Biden sagte den Demonstranten am Freitag am Rande eines Besuchs in Los Angeles seine Unterstützung zu. Der Demokrat forderte mit Blick auf die Kongresswahlen im November, strengere Waffengesetze müssten für die Wähler ein entscheidendes Kriterium sein. Biden forderte auf Twitter erneut den Kongress dazu auf, strengere Regelungen zu erlassen und Sturmgewehre zu verbieten. „Wir dürfen das amerikanische Volk nicht wieder im Stich lassen.“ Strengere Waffengesetze scheitern seit langem am Widerstand der Republikaner im Kongress.

          Angesichts der jahrelangen Blockade hatte Biden kürzlich einen Kompromissvorschlag gemacht. „Wenn wir schon nicht das eigentlich nötige Verbot von Sturmgewehren erreichen, müssen wir zumindest das Mindestalter für ihren Kauf auf 21 Jahre erhöhen“, forderte er. Eine parteiübergreifende Gruppe von Senatoren verhandelt derzeit unter der Leitung des Demokraten Chris Murphy über eine Waffenrechtsreform.

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