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Demonstration : Krawalle und Festnahmen bei Neonazi-Marsch in Leipzig

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Leipzigs Bürgermeister Tiefensee protestiert gegen Neonazis Bild:

Den Neonazis stellte sich sogar der Bürgermeister entgegen. Mit der Aktion "Gesicht zeigen" protestierten 1.000 Menschen in Leipzig gegen einen genehmigten Zug der Rechtsextremen durch ihre Stadt.

          Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen sind am Samstag in Leipzig Neonazis aufmarschiert. Allerdings stoppten bereits nach 300 Metern rund 1.000 Leipziger den Demonstrationszug der etwa 1.200 Rechten, die wie bereits am 1. September vom Hauptbahnhof zum Völkerschlachtdenkmal marschieren wollten.

          Polizei und Bundesgrenzschutz waren mit einem Großaufgebot von 3.000 Beamten aus sieben Bundesländern im Einsatz. Bei teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden nach Polizeiangaben 14 Demonstranten und zwei Polizisten leicht verletzt. Bei Vorkontrollen seien fast 1.000 Personen überprüft und 21 Personen in Präventivgewahrsam genommen worden.

          Die Auseinandersetzungen hatten bereits auf dem Bahnhofsvorplatz begonnen, als rund 200 Demonstranten aus der autonomen Szene den Marschzug der Rechten blockierten. Als sie mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörper warfen, setzte die Polizei Wasserwerfer ein und drängte die Gegendemonstranten zurück. Am Augustusplatz stellten sich dann am späten Nachmittag den Neonazis rund 1.000 Leipziger entgegen, darunter Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) und der Pfarrer der Nikolaikirche, Christian Führer. Ein Großteil der Gegendemonstranten hatte bereits am Mittag auf einer Protestkundgebung gegen den Aufmarsch protestiert.

          Den Kommunen die Hände gebunden

          Jede rechtsextremistische Demonstration dieser Art brauche eine gebührende Antwort, sagte Tiefensee. Nach etwa einer Stunde der Blockade forderte der Bürgermeister die Gegendemonstranten auf, sich zurückzuziehen, um eine Eskalation zu vermeiden. Allerdings blieb Tiefensees Appell weitgehend ungehört. Die Polizei begann daraufhin, die Kreuzung am Augustusplatz zu räumen.

          Die Stadt hatte den Aufmarsch der Rechten zunächst verboten. Das Verwaltungsgericht Leipzig hob dieses Verbot jedoch auf. Tiefensee kritisierte, dass den Kommunen beim Aufmarsch von Extremisten die Hände gebunden sind.

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