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Demenz-Report : Immer mehr Menschen werden dement

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Bild: F.A.Z.

mk. BERLIN, 22. Februar. Die Kommunen sollten sich auf das Leben mit mehr alten Menschen und mehr Demenzkranken einstellen. Diese Empfehlung stammt aus dem "Demenz-Report" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

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          mk. BERLIN, 22. Februar. Die Kommunen sollten sich auf das Leben mit mehr alten Menschen und mehr Demenzkranken einstellen. Diese Empfehlung stammt aus dem "Demenz-Report" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Deutschland gilt als Pionier in der demographischen Entwicklung: Hier sanken die Kinderzahlen früh, die Lebenserwartung stieg, die Gesellschaft wurde insgesamt älter, und immer mehr Menschen werden daher dement.

          Heute leben in Deutschland 1,3 Millionen Demenzkranke. Im Jahr 2050 sollen es doppelt so viele sein. 2050, wenn die "Babyboomer", die geburtenstarken Jahrgänge 1959 bis 1968, weniger werden, soll jeder siebte Bewohner über 80 Jahre alt sein - in dieser Altersgruppe ist die Wahrscheinlichkeit einer Demenzerkrankung besonders hoch. Reiner Klingholz, der Direktor des Berlin-Instituts, der an der Studie mitgearbeitet hat, sagte, heute sei die Lage "weit davon entfernt, dramatisch zu sein". Wo aber schon heute die Bevölkerung besonders alt ist und Demenzkrankheiten daher häufiger als anderswo sind, wird sie schon im Jahr 2025 schwer zu bewältigen sein, wenn sich die Gesellschaft nicht darauf vorbereitet.

          Gefragt seien vor allem "brauchbare Daten" und umfassende Information. Die Kommunen müssten imstande sein, die vielen Akteure - etwa pflegende Angehörige, Heime, Wohnungsunternehmen - zum vernetzten Handeln zu animieren. Wo - wie in Hoyerswerda, Görlitz oder Dessau - schon jetzt das Verhältnis von Alt und Jung so schlecht sei, dass damit "nicht einmal ein Altersheim betrieben werden könne", fällt es den Beteiligten nach Klingholz' Beobachtung schwerer als in noch nicht betroffenen Gemeinden, sich um Lösungen zu bemühen. Die Kommunen brauchten, etwa in der Pflegeversicherung, gesetzliche Spielräume, um immer neue Modelle auszuprobieren, sagte Hans-Jürgen Vogel, Bürgermeister der sauerländischen Stadt Arnsberg, die sich mit der Gestaltung der demographischen Entwicklung beschäftigt. Vor dreißig Jahren hätten alle Städte Technologiezentren gegründet, heute sei etwas Ähnliches für soziale Innovationen nötig. Im "Demenz-Report" heißt es, wenn 2050 erst einmal vier Prozent der Deutschen demenzkrank seien, könne man sie nicht in Heimen von Fachpersonal versorgen lassen - "selbst wenn es von beidem genug gäbe".

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