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54,4 Grad im Death Valley : Extreme Hitze und Flächenbrände in Amerikas Westen

  • -Aktualisiert am

Dystopische Szenerie: Flächenbrände im Norden Kaliforniens, in Loyalton, ausgelöst durch die enorme Hitze im Westen Amerikas. Bild: AP

Kalifornien verzeichnet einen neuen Temperaturrekord: 54,4 Grad waren es im Death Valley – so heiß wie noch nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Neben der Hitze machen Amerikas Westen auch diverse Brände zu schaffen.

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          Mit Temperaturen von bis zu 15 Grad über dem Durchschnitt wird der Westen der Vereinigten Staaten von einer Hitzewelle heimgesucht. Im Death Valley etwa 300 Kilometer nordöstlich von Los Angeles wurden am Sonntagnachmittag (Ortszeit) mehr als 130 Grad Fahrenheit (54,4 Grad Celsius) gemessen. Falls die amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA) den Wert wie erwartet in den kommenden Wochen bestätigt, ist dies die höchste Temperatur in den Vereinigten Staaten seit 107 Jahren.

          Da höhere Temperaturen, die in der Vergangenheit in der Wüste des heutigen Libyen und in Tunesien registriert wurden, als unzuverlässig gelten, wurde damit voraussichtlich weltweit der größte Wert seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht.

          Während der Bundesstaat Kalifornien am Wochenende zum ersten Mal seit fast 20 Jahren einen Stromnotfall der Stufe 3 ausrief, um in verschiedenen Regionen zwischen San Francisco und San Diego zur Entlastung des Versorgungsnetzes für einige Stunden den Strom abzustellen, kämpften Einsatzkräfte gegen Flächenbrände.

          In Salinas, etwa 400 Kilometer westlich von Death Valley, breitete sich das River-Feuer innerhalb weniger Stunden über mehr als acht Quadratkilometer aus. Nach Blitzschlag hatte die Feuerwehr im Bezirk Monterey am früheren Sonntagmorgen die ersten Flammen beobachtet. In den nächsten Stunden mussten Hunderte Bewohner der ländlichen Region ihre Häuser verlassen. Die Behörden richteten mehrere Notunterkünfte ein.

          Bei Los Angeles waren derweil weiter Löschflugzeuge im Einsatz, um einen Buschbrand in den Hügeln von Azusa einzudämmen. Bis Montag brannte das Ranch-Feuer mehr als zehn Quadratkilometer nieder. Ein Obdachloser, der den Brand am Donnerstag gelegt haben soll, wurde inzwischen verhaftet. Auch über dem Santa-Clarita-Tal im Norden von Los Angeles stiegen am Sonntag weiter Rauchwolken auf. Das Lake-Feuer, das am Mittwoch in der Nähe von Lake Hughes ausgebrochen war, breitete sich bislang über fast 75 Quadratkilometer aus. Etwa 40 Gebäude brannten nieder, mehr als 5000 Gebäude werden durch Flammen bedroht. Bei Trockenheit und Windböen konnten die Einsatzkräfte den Flächenbrand bis Montag erst zu etwa zwölf Prozent eindämmen. „Die Flammen fressen sich durch Terrain, in dem es lange nicht gebrannt hat. Es brennt wie Zunder“, schrieb Matt Brown, Beobachter für Feuerverhalten im Angeles National Forest, bei Twitter. In den Bezirken Plumas, Lassen und Sierra an der Grenze zu Nevada wurden derweil mehr als 120 Quadratkilometer durch das Loyalton-Fire zerstört.

          Einer Studie der Columbia University zufolge zählen Meteorologen heute bis zu acht Mal mehr sommerlicher Buschbrände in Kalifornien als vor fast 50 Jahren. Die Wissenschaftler schreiben die Feuer einem Wärmetrend in der Region zu. Seit 1972 stieg die durchschnittliche Tagestemperatur in dem Pazifikstaat um etwa 1,4 Grad Celsius. Auch das benachbarte Arizona wird immer heißer. Für die kommenden Tage erwarten die Meteorologen für die Wüstenstadt Phoenix abermals mehr als 43 Grad – zum 44. Mal seit Januar.

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