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Angebliche Fake-Profile : Dating-App Lovoo unter Betrugsverdacht

  • Aktualisiert am

Ging hier alles mit rechten Dingen zu? Die Homepage von Lovoo. Bild: Screenshot/www.lovoo.com

Die Dating-App Lovoo soll Fake-Profile erstellt und damit eine Menge Geld verdient haben. Die Unternehmensführung bestreitet den Verdacht.

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          Bei der Suche nach einem geeigneten Partner greifen immer mehr Menschen auf Online-Dating zurück. Doch nicht hinter allen Profilen verbergen sich Menschen – sondern Computerprogramme. Nachdem die gehackte Seitensprung-Plattform Ashley Madison in Verdacht geraten war, mit so genannten Fembots gearbeitet zu haben, gibt es nun Hinweise auf ein ähnliches Geschäftsgebaren der Dating-App Lovoo.

          Wie das Comuptermagazin c’t in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, soll Lovoo virtuelle Profile von Nutzerinnen angelegt habe, die automatisch mit anderen Profilen interagierten. So könnten Nutzer auch zu kostenpflichtigen Angeboten verleitet werden, schreibt das Magazin. Allein die vergeblichen Versuche von angelockten Nutzern, Fake-Profile per sogenanntem „Top-Chat“ zu erreichen, sollen Lovoo ungefähr 5000 Euro täglich in die Kasse gespült haben, was aufs Jahr gerechnet Einnahmen von mehr als einer Million Euro bedeuten würde. Mit derartigen Profilen soll Lovoo seit ungefähr zwei Jahren arbeiten.

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          Nach Darstellung von c’t hatte eine anonyme Quelle dem Magazin Dateien zugespielt, die E-Mails der Lovoo-Führungsetage enthalten. Auf Anfrage habe das Unternehmen über einen Anwalt vermelden lassen, dass die Unterlagen gefälscht sein könnten. Der c’t-Chefredakteur Johannes Endres sagt aber: „Bei den uns vorliegenden Dateien handelt sich jedoch um mehrere Kopien von Mail-Postfächern sowie Screenshots und Quellcode - insgesamt mehr als 50 GByte. Selbst in diesem Umfang lassen sich Dateien manipulieren, wir haben bislang keinerlei Hinweise auf eine Manipulation entdeckt.“

          Kurz nachdem c’t Lovoo mit den Ergebnissen seiner Recherche konfrontiert hat, soll das Unternehmen zahlreiche fragwürdige Profile von der Plattform entfernt haben. So seien die meisten der unter Verdacht stehenden Fake-Profile ab dem 12. September nur noch als „Gelöschter Nutzer“ aufgetaucht. Mittlerweile seien die Profile komplett entfernt.

          Lovoo hat nach eigenen Angaben mehr als 36 Millionen Kunden in 17 Ländern. Obwohl die Apps selbst kostenlos ist, verdient das Dresdner Unternehmen aus dem Verkauf von VIP-Abos und anderen Zusatzangeboten Geld, die man etwa zum Aufdecken fremder Profile oder für Chat-Funktionen benötigt.

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