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Gekündigte Erzieherin : Darf eine Mitarbeiterin der Diakonie Pornos drehen?

  • Aktualisiert am

Diakonie Neuendettelsau Bild: picture alliance / Hajo Dietz

Weil sie in ihrer Freizeit Pornos drehte, wurde eine Erzieherin von der Diakonie gefeuert. Der Nebenjob sei nicht mit den Werten der Kirche zu vereinbaren, argumentiert das Sozialwerk. Jetzt kommt es vermutlich zum Prozess.

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          Der Streit zwischen der Diakonie Neuendettelsau und einer wegen Porno-Drehs entlassenen Erzieherin wird vermutlich zu einem Prozess führen. Beide Parteien konnten sich am Mittwoch bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Augsburg in der Außenstelle Donauwörth nicht einigen. Weil die 38 Jahre alte Frau in ihrer Freizeit unter anderem bei Sexfilmen mitgespielt und sie im Internet veröffentlicht hatte, wurde sie von der Diakonie fristlos entlassen.

          Der Rechtsanwalt der Diakonie, Karl Piereth aus Ansbach, bezeichnete die Kündigung der Erzieherin als rechtens. Zum einen, weil sie generell keine Nebentätigkeit bei ihrem Arbeitgeber Diakonie angemeldet hatte. Zum anderen sei die Art ihrer Nebentätigkeit nicht mit den Werten der Kirche und dem Dienstauftrag der Diakonie vereinbar. Das Sozialwerk will der Frau auf keinen Fall Geld zahlen.

          Richterin: Der Fall ist „sehr speziell“

          Der Anwalt der Erzieherin, die mehr als 17 Jahre bei der Diakonie Neuendettelsau mit behinderten Menschen gearbeitet hat, wertete die Situation vollkommen anders. Die „Freizeittätigkeit“ der Frau im Erotikbereich habe nichts mit ihrer Arbeit bei dem Sozialwerk zu tun, sagte Anwalt Florian Fleig. Die Frau sei ihrem Erotikhobby unter einem Pseudonym nachgegangen, der keinen Rückschluss auf ihre hauptberufliche Tätigkeit zulasse. Die Erzieherin will nicht wieder eingestellt werden, sondern fordert eine Abfindung.

          Die Richterin ließ bei dem Gütetermin durchblicken, dass die Erzieherin „durchaus die Werte der Kirche vertreten“ müsse, der Fall sei aber „sehr speziell“ und ohne Beispiel. Sollte es bis Ende Juli nicht doch noch zu einer Einigung kommen, wird vom Arbeitsgericht ein Verhandlungstermin festgelegt.

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