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Counterstrike : Offene Diskussion verhindert gesellschaftliche Ächtung

  • Aktualisiert am

Computerspiele als Gewalt-Inspiration? Bild: Screenshot

Counterstrike-Fans müssen die offene Diskussion suchen, sonst werden sie zum Opfer der Aufarbeitung des Erfurter Amoklaufs. Dazu fordert Dr. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der F.A.Z. in einem Beitrag auf.

          Liebe User, Gamer, Leser,

          ich bin einer der Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.). Und ich bin verantwortlich für den Artikel, der viele von Ihnen so erbost. Lassen Sie uns streiten - und zwar Onlinespieler mit Nicht-Onlinespielern, CS-Fans mit CS-Feinden. Oder um genauer zu sein: Internetcommunity mit Papiercommunity. Denn viele Missverständnisse haben auch mit den unterschiedlichen Technologien und ihren Öffentlichkeiten zu tun. Im Internet ist alles fast gleichzeitig, in der Zeitung dauert es mindestens 24 Stunden bis man reagieren kann.

          Also: Viele Counterstrike-Spieler sind wütend auf uns. Sie fühlen sich missverstanden. In Ihren Worten: in eine Schublade gesteckt, in die sie nicht gehören und zu Unrecht attackiert. Sie befürchten, dass nun Spiele wie Counterstrike (CS) ganz verboten werden könnten. Einige glauben, wir hätten sie zu potentiellen Amokläufern gestempelt. Und manche haben sogar Angst vor einer Kriminalisierung von LAN-Partys. In den meisten Fällen aber gilt: Eltern beginnen sich plötzlich für die Computerspiele und Onlineaktivitäten ihrer Kinder zu interessieren, was auch nicht jedem minderjährigen Spieler gefällt, und vielleicht doch kein Schaden ist. Aber: Sie alle machen es sich zu einfach, wenn Sie behaupten, wir hätten Counterstrike-Spieler zu Killern erklärt. Das stimmt nicht. Wir haben nur gesagt, dass der größte Massenmord in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands aller Wahrscheinlichkeit nach am Computer vorgespielt wurde. Damit ist etwas über Robert Steinhäuser ausgesagt, nicht über die Community.

          Echo auch aus Politik, Wirtschaft und Kultur

          Das sind ein paar der Vorwürfe, die alle im Forum von FAZ.NET nachzulesen sind. Doch es gibt auch andere Stimmen: manche, die Counterstrike oder Quake nicht mehr spielen wollen.

          Um es kurz zu machen: Wir sind sehr beeindruckt von den Reaktionen auf den Artikel „Software fürs Massaker“, der letzte Woche in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erschien und in unzähligen Kopien im Netz verbreitet wird. Wir haben viele Echos aus der Politik, Wirtschaft und der Kultur erhalten; vor allem aber erreichen uns unzählige Stellungnahmen aus der Gamer-Community. Seien Sie bitte versichert: Diesen Kontakt wollen wir nicht abreißen lassen.

          Wir wissen, dass manche der Mails von Webpages inspiriert wurden, in denen der Inhalt des Protestes vorformuliert wurde. Wahrscheinlich deshalb haben die Vorwürfe der Gamer gegen uns ausschließlich zwei Stoßrichtungen: schlechte Recherche und moralische Diffamierung.

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