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„Costa Concordia“ : 14.000 Euro für jeden Passagier

  • Aktualisiert am

Das Wrack der „Costa Concordia“, fotografiert aus einem Hubschrauber der italienischen Marine Bild: dapd

Die Reederei der „Costa Concordia“ will die Überlebenden der Havarie mit jeweils 14.000 Euro entschädigen. Anwälte wollen in einer Sammelklage in Amerika 125.000 Euro pro Passagier fordern.

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          Die Passagiere des verunglückten Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia" sollen von der italienischen Reederei eine Entschädigung von je 14.000 Euro erhalten. Die Firma Costa Crociere und Verbraucherschutzorganisationen einigte sich mit italienischen Verbraucherschutzorganisationen, dass jeder 11.000 Schadenersatz plus 3000 Euro für die Reisekosten erhalten soll.

          Das Geld soll an unverletzte Passagiere gezahlt werden, etwa für den Verlust ihres Gepäcks und psychische Folgen. Außerdem würden der Preis für die Kreuzfahrt und alle weiteren Reisekosten erstattet, hieß es in der Mitteilung vom Freitag. Passagiere, die auf das Angebot eingehen, müssen sich aber verpflichten, nicht gegen Costa zu klagen.

          Die Verbraucherschutzorganisation Codacons, die an der Einigung nicht beteiligt war, empfahl Passagieren, das Angebot zunächst nicht anzunehmen und sich erst auf psychische Schäden untersuchen zu lassen. Codacons bereitet eine Sammelklage gegen den Costa-Mutterkonzern Carnival in den Vereinigten Staaten vor und fordert 125.000 Euro für jeden Passagier.

          Auch einige Betroffene aus Deutschland wollen sich der Sammelklage anschließen. „Wir beabsichtigen, uns in der kommenden Woche einer Klage eines Kollegen in New York anzuschließen“, sagte der Opfer-Anwalt Hans Reinhardt, der nach eigenen Angaben 15 Passagiere vertritt. Bei der Klage gehe es um schätzungsweise 160.000 Dollar Schmerzensgeld pro Passagier und mindestens eine Millionen Dollar hinsichtlich jedes Todesopfers, sagte Reinhardt.

          Die „Costa Concordia" hatte mehr als 3000 Touristen an Bord, als sie vor zwei Wochen vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen fuhr. Das Schiff kippte zur Seite und ging teilweise unter. Bei dem Unglück starben mindestens 17 Menschen, darunter mehrere Deutsche. Weitere werden vermisst. Der Kapitän wird verdächtigt, das Schiff zu nahe an die Küste gesteuert zu haben.

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