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Weihnachtsmesse in Rom : Franziskus feiert Christmette unter Corona-Bedingungen

  • Aktualisiert am

Papst Franziskus betritt zu Beginn der Christmette den Petersdom, Bild: Vincenzo Pinto/AFP

Priester mit Maske, zu vorgezogener Zeit und nur gut 100 Gläubige im Petersdom: Das Coronavirus verändert Weihnachten auch für den Papst. Und in Deutschland gibt es angesichts der Pandemie eine so noch nie dagewesene Ansprache.

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          Kein Händeschütteln zum Friedensgruß, keine Gabenbereitung: Unter Corona-Bedingungen hat Papst Franziskus die traditionelle Christmette im Petersdom gefeiert. Bei der Messe anlässlich der Geburt von Jesus Christus erinnerte das Oberhaupt der katholischen Kirche an die Nächstenliebe. „Unersättlich wollen wir mehr haben und so stürzen wir uns auf die vielen Futterstellen der Eitelkeit und vergessen dabei die Krippe von Betlehem“, sagte er am Donnerstagabend bei der Messe im Petersdom.

          Die Christmette musste auf 19.30 Uhr vorverlegt werden, da in Italien für die Feiertage verschärfte Corona-Regeln gelten und damit auch Ausgangsbeschränkungen ab 22 Uhr. Mit etwas mehr als 100 Gläubigen feierten weniger Menschen die Messe im Petersdom als sonst. In den Bankreihen standen die Gläubigen mit deutlichem Abstand zueinander und trugen Masken.

          Ökumenisches „Wort zum Heiligabend“ in Deutschland

          Ebenfalls am Donnerstagabend wendeten die beiden obersten Bischöfe der deutschen evangelischen und katholischen Kirche sich erstmals mit einem „Wort zum Heiligabend“ gemeinsam an das Fernsehpublikum. Es sei ein besonderes Weihnachten, erklärten der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, am Donnerstagabend im Anschluss an die ARD-„Tagesschau“. Das Coronavirus haben „unermessliches Leid über die Menschheit gebracht, auch hier bei uns in Deutschland.“

          Die Pandemie habe den Menschen ihre eigene Verletzlichkeit vor Augen geführt und viele nachdenklich gemacht. Es stelle sich die Frage, was wirklich wichtig sei im Leben. „Vieles haben wir für allzu selbstverständlich genommen. Gerade jetzt spüren wir, wie wertvoll das Leben ist.“ Die derzeitige Situation könne man als Einladung zu einem bewussten Leben und als Aufforderung zu einer neuen Solidarität verstehen. „Es ist gut, wenn wir auch in diesen Tagen Rücksicht aufeinander nehmen und so menschliches Leben schützen“, betonten Bätzing und Bedford-Strohm. „Der gemeinsame Wille zur Eindämmung des Coronavirus gehört in diesem Jahr zu Weihnachten dazu.“

          Weihnachten dieses Jahr authentischer?

          Papst Franziskus mahnte in seiner Predigt, die Lebenszeit nicht dazu zu nutzen, um sich selbst zu bemitleiden, sondern um „die Tränen derer zu trösten, die leiden“. Der eingeschränkte Rahmen der diesjährigen Weihnachtsfeierlichkeiten verstimmte den 84 Jahre alten Papst offensichtlich. Vatikankennern zufolge ist er traurig darüber, wie Weihnachten dieses Jahr gefeiert wird. Außerdem hatten sich unlängst im engeren Kreis um Franziskus Kardinäle mit Corona angesteckt.

          Im Vorfeld hatte Franziskus aber auch betont, die Pandemie sei eine Gelegenheit, den Sinn von Weihnachten wieder in den Vordergrund zu stellen und nicht den Konsum. Weihnachten werde dadurch authentischer. Man solle an den Festtagen auch an die Einsamen und Kranken zu denken. Ein Anruf reiche zum Beispiel schon.

          „Urbi et orbi“ nach innen verlegt

          An diesem Freitag geht es mit den Weihnachtsfeierlichkeiten weiter, wenn Franziskus den Segen „Urbi et orbi“ in der Benediktionsaula des Apostolischen Palastes spenden will. Bei diesem Anlass will der Papst auch seine Weihnachtsbotschaft verkünden.  Anders als in den Vorjahren können sich wegen der Corona-Pandemie keine Menschenmassen vor dem Petersdom versammeln, der Weihnachtssegen wurde deshalb von der Loggia des Petersdoms nach innen verlegt.

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