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Concorde : Abschied von der fliegenden Hakennase

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Abheben zum letzten Flug Bild: EPA

Fast 30 Jahre lang flog die Concorde mit Überschallgeschwindigkeit über den Atlantik. Doch das Prestigeprojekt rechnet sich nicht mehr und ist von Air France und British Airways endgültig stillgelegt worden.

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          Wehmut und Jubel haben die Concorde am Freitag auf ihrem letzten Transatlantikflug in zweifacher Schallgeschwindigkeit von New York nach London begleitet. Chefpilot Mike Bannister (54) sagte unmittelbar vor dem Abflug in New York unter Tränen: „Wir überqueren den Atlantik mit doppelter Schallgeschwindigkeit, zwei Mal so schnell wie eine Gewehrkugel, schneller als sich die Erde dreht, und die Welt schaut zu.“

          Dreieinhalb Stunden nach dem Start setzte der „fliegende Kugelschreiber“ um 16.05 Uhr Ortszeit planmäßig vor tausenden Schaulustigen gewohnt laut und zum allerletzten Mal auf der Landebahn am Flughafen Heathrow im Londoner Westen auf. Damit ging nach drei Jahrzehnten eine Ära der Luftfahrtgeschichte zu Ende. „Jeder ist unglaublich stolz auf ihre Erfolge und traurig, daß wir jetzt Abschied nehmen müssen“, bekannte der Vorsitzende der British Airways, Lord Marshall, beim Verlassen von New York.

          Mythos und wirtschaftliches Fiasko

          Die Concorde gehöre zu England wie die Königliche Familie, sagte Flugzeug-Enthusiast Jon Pitman aus Bristol, der den ganzen Tag in Heathrow auf den eleganten Jet gewartet hatte: „Sie sieht so toll aus, sie klingt so unglaublich, sie erfüllt einen Menschheitsraum.“ Ein Mythos und Spitzenprodukt der Technologie war die Concorde von Beginn an - aber auch ein wirtschaftliches Fiasko.

          Promis an Bord - Denver-Biest Joan Collins mit Ehemann

          Ihr Schicksal war mit dem Absturz in Paris im Juli 2000 endgültig besiegelt. Bei der Katastrophe kamen 113 Menschen, darunter 97 Deutsche, ums Leben. Knapp drei Jahre später, im April, gaben die britische Fluggesellschaft und Air France das Aus des Mach-2-Jets bekannt. Während des letzten Fluges ließen sich die 100 Ehrengäste und drei zahlenden Passagiere an Bord mit Champagner und geräuchertem Lachs aus Schottland sowie Kaviar und Hummerklopsen verwöhnen.

          New Yorker erfreut über Ende des „Donnersvogels“

          Anwohner des New Yorker Kennedy-Flughafens stießen am Boden auf das Ende des „Donnervogels“ an. „Auf daß sie nie wiederkommen möge“, riefen Hunderte dem entschwindenden Überschallflieger hinterher. Nach Aussage der Betroffenen hatte die Concorde Tag für Tag ihre Worte erstickt, den Alarm in ihren Häusern ausgelöst und die Tische in den Schulen so stark vibrieren lassen, daß „den Kindern der Bleistift aus der Hand fiel“.

          Als Gäste hatte British Airways Prominente aus Wirtschaft und öffentlichem Leben, darunter das „Denver-Biest“ Joan Collins, den ehemaligen New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani und Formel 1-Boß Bernie Ecclestone an Bord geladen. Nur drei Passagiere bezahlten für den historischen Flug, darunter ein Amerikaner, der sein Ticket nichts ahnend schon vor Monaten erworben hatte. Die beiden anderen Plätze waren von einem Mann aus Ohio bei einer Wohltätigkeitsauktion im Internet für 60.300 Dollar (etwa 51.000 Euro) ersteigert worden.

          In London rollte die Concorde in einen Hangar, wo schon mehrere weitere Flieger desselben Typs warten. Sie sollen ihren „Ruhestand“ in Museen auf der britischen Insel und den Vereinigten Staaten verbringen. Am Abend gab es eine Abschiedsparty für das Concorde-Personal.

          Teures Statussymbol

          Als das Überschallflugzeug vor mehr als 40 Jahren von Briten und Franzosen gemeinsam mit Steuergeldern entwickelt wurde, galt es als die Zukunft der Luftfahrt. Doch hohe Betriebskosten machten die 20 Concordes der British Airways und der Air France zu einem teuren Statussymbol. Ohren betäubender Fluglärm und der Überschallknall brachten Umweltschützer gegen die Concorde auf.

          Der Anfang vom Ende des Rekordflugzeugs kam mit dem Unglücksfall im Juli 2000. Danach brachen die Passagierzahlen der Concorde - auch wegen der Krise der Luftfahrt nach den Anschlägen am 11. September 2001 - dramatisch ein. Die Air France hat den Flugbetrieb mit der Concorde bereits im Mai eingestellt.

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