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Computerspiel : Der Nachbarschaftshilfe ausgeliefert

  • -Aktualisiert am

Böser Nachbar auf Urlaubsreise Bild: Bigben interactive

Die Welt des Containers erobert den PC: Ein neues Computerspiel bietet randalierende, pöbelnde, streitsüchtige Nachbarn. Die Beschallung des Spektakels ist schadenfrohes Gelächter aus den Lautsprecherboxen.

          Big Brother war nur der Anfang. "Reality-TV-Shows" haben auf vielen Kanälen des deutschen Fernsehens mittlerweile einen festen Sendeplatz und kämpfen mit immer härteren Bandagen um die Gunst der Zuschauer und damit auch um das Geld von Werbeträgern und Sponsoren. Daß diese "Reality-TV-Shows" für ihre Teilnehmer allerdings auch ein gehöriges Maß an Demütigung bereithalten, scheint bis auf wenige Ausnahmen nur wenige zu stören.

          Auch die erniedrigenden Aalschleimorgien des RTL2-Dschungelcamps "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" haben nur für kurze öffentliche Empörung gesorgt. Abseits aller moralischen Bedenken überwiegt nicht zuletzt wegen der freiwilligen Teilnahme von Daniel Küblböck, Caroline Beil und anderen die Schadenfreude.

          Freier Lauf für Rachegelüste

          Zum Ausklang der Osterferien kommt nun mit dem Computerspiel "Böse Nachbarn 2: Urlaub mit Hindernissen" die konsequente Fortsetzung dieses Trends auf den Markt. Als "Reality-TV-Show" im Comic-Format ist dabei angelegt, was eigentlich als sarkastische Anleitung zur Nachbarschaftshilfe der bösen Art gemeint ist: eine Fernsehsendung mit versteckter Kamera, bei der ein zur Dauerfehde gereifter Nachbarschaftsstreit zwischen Woody, einem verklemmten Bürohengst mit Elvisfrisur und Sonnenbrille, und seinem Nachbar, einem goldkettchenschwingenden Adilettenträger mit neurotischem Mutterkomplex, zur detailreichen Urlaubsschlacht ausgebaut wird. Ziel des Spiels ist es, seinem Nachbarn, der gerade gemeinsam mit seiner Mutter eine Weltreise angetreten hat, das Leben zur Hölle zu machen. Mit einer Reihe makabrer Streiche bringt man den Nachbarn bei seiner Mutter und allen anderen Mitreisenden immer wieder in Mißkredit und darf dabei seinen Rachegelüsten freien Lauf lassen.

          Nicht ohne meine Handgranate

          Als Zuschauer ist man nicht nur Zeuge des Streits, sondern man nimmt als Regisseur der Comic-Sendung und Herr von Woodys Handlungen auch aktiv am Geschehen teil: "Alle, die sich schon immer mal an ihrem bösen Nachbarn rächen wollten, bekommen nun die Chance dazu", verspricht Woody seinen Serienfans, die ganz nach der Machart von amerikanischen Sitcom- und Studioproduktionen eifrig zu Woodys Sabotageakten lachen. Und gelacht wird zu den Mißgeschicken des Nachbarn immer, verspricht doch bereits die Packung des Spiels "viel mehr Schadenfreude", als man sie sich bisher zugetraut hätte.

          In Haßliebe verbunden

          Natürlich wehren sich der Nachbar und seine Mutter auch, aber wie bei allen Streichen gilt auch hier, sich nicht erwischen zu lassen. Wer das schafft und dem "bösen Nachbarn" damit den Urlaub gründlich verdirbt, wird im Abspann Zeuge, wie Woody und sein Nachbar in trauter Eintracht in einem Rettungsboot ins Abendrot rudern, nachdem mit dem letzten Streich das Kreuzfahrtschiff, auf dem sich der Nachbarschaftsstreit den Showdown geliefert hat, gegen einen Eisberg fährt und im Meer versinkt. Ganz wie im Leben ist der Streit zwischen Woody und seinem Nachbarn nämlich nur ein versteckter Ausdruck inniger Verbundenheit, jener Haßliebe also, die auch das Verhältnis der Zuschauer des Dschungelcamps zu seinen Teilnehmern prägt.

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