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Computer-Wurm Lovsan : Microsoft räumt Fehler ein

  • Aktualisiert am

Die Fehlermeldung, die der Wurm Lovsan produziert bevor er den Computer herunterfährt Bild: AP

Drei weitere Varianten des Wurms Lovsan sollen bereits im Umlauf sein. Die Auswirkungen sind unbekannt. Bei Microsoft fragt man sich inzwischen, was man falsch gemacht hat.

          Microsoft hat im Zusammenhang mit dem Computervirus Lovsan eigene Fehler zugegeben und will in Zukunft den Kontakt zum privaten Verbraucher intensivieren. Lovsan hatte nicht nur Firmenrechner, sondern massenhaft auch Privatrechner befallen. Für den 18. August,, wenn der Virus selbsttätig die Microsoft-Website angreifen will, haben Privatanwender praktisch nichts zu befürchten, wie der Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Michael Dickopf, am Freitag sagte. Abgesehen davon, daß sie vielleicht unbeabsichtigt „an dem Angriff beteiligt sind“.

          Das BSI hält auf seiner Web-Site auch Empfehlungen zum Umgang mit dem Virus bereit, wenn dieser auf dem eigenen Rechner auftaucht. Betroffen sind die Windows Betriebssysteme NT, 2000, XP und 2003, aber nicht Windows 98 und Me. Das BSI erläutert unter anderem auch, wie man verhindern kann, daß der Virus den Rechner herunterfährt. Danach kann man ihn entfernen und die Sicherheitsergänzung von Microsoft herunterladen. Es gebe drei neue Varianten des Wurms, über größere Auswirkungen sei aber noch nichts bekannt, sagte Dickopf, auch nicht darüber, daß auch andere Betriebssysteme betroffen seien.

          Verbraucher nutzen Update-Service nicht

          Ein Experte des Antivirenherstellers Sophos, Gernot Hacker, erklärte, grundsätzlich könne der Virus über die Schnittstelle, die er angreife, auch in Rechner mit anderen Betriebssystemen wie AIX, Solaris oder Linux eindringen, dort werde aber nur eine Anwendung und nicht das ganze Betriebssystem lahm gelegt. Deshalb betreffe die Warnung vor dem Virus nur die Windows-Betriebssysteme. Hacker rät Firmen, bei der Sicherheit vor allem auf Laptops zu achten, deren Virenschutz oft nicht aktuell sei und die Lovsan in die Firma einschleppen könnten.

          Der Pressesprecher von Microsoft Deutschland, Thomas Baumgärtner, sagte in einem Interview mit tagesschau.de: „Für uns hat in dieser Woche ein Denkprozeß eingesetzt.“ Seit dem 16. Juli gebe es bereits ein Gegenmittel gegen den Wurm, das aber offenbar vor allem Firmenkunden genutzt hätten. „Wir analysieren derzeit aber, warum die privaten Nutzer den Patch nicht umfassend genutzt haben ob wir es nicht breit genug gestreut haben, ob die Kunden es nicht ernst genommen haben oder ob es einfach mit der Art zusammenhängt, wie Computer privat genutzt werden“, sagte Baumgärtner.

          So bietet Microsoft zwar zum Beispiel bei Windows XP einen automischen Update-Service an, der den Rechner vor diesem Angriff geschützt hätte, von vielen Verbraucher wird dies aber nicht genutzt. „Man muß das Vertrauen in die Software stärken, um die Aversionen gegen den Update-Service abzubauen. Viele denken, sie werden bespitzelt. Das ist zum Teil auf Informationslücken zurückzuführen“, sagte Baumgärtner.

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