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Co-Parenting : Zwei Papas, eine Mama

Der gleiche Nachname

Doch das ist noch nicht alles, was Michael, Aaron und Franka mit auf den Weg geben wollen: Damit Ruby und Remus trotz ihrer unterschiedlichen Väter den gleichen Nachnamen haben und somit auch nach außen hin als Geschwister wahrgenommen werden, haben sich ihre Eltern noch etwas ziemlich Ungewöhnliches einfallen lassen: Beide Kinder heißen mit Nachnamen wie einer der beiden Väter - und zwar wie der, der nach Meinung aller drei Eltern den schönsten Nachnamen von ihnen dreien hat. Damit aber Franka als Mutter diesen Nachnamen annehmen konnte, hat der Vater mit dem schöneren Nachnamen Franka noch vor der ersten Schwangerschaft geheiratet. Die trug zur Trauung ein schwarzes Kleid, und alle drei tauschten Ringe, die Franka, eine gelernte Goldschmiedin, gemacht hatte. Sie bestehen aus je drei ineinander verflochtenen Strängen, bestehend aus Weißgold, Rotgold und Gelbgold.

Nach anderthalb Jahren haben Franka und der Vater mit dem schönen Namen sich dann wieder scheiden lassen. Aber Franka behielt den schönen Namen, und deshalb tragen den jetzt auch beide Kinder und natürlich einer der Väter. Welcher, das möchten sie genauso wenig in der Zeitung lesen, wie sie öffentlich machen wollen, welches der Kinder von welchem Vater gezeugt wurde. „Die Unterscheidung zwischen biologischer und rechtlicher Vaterschaft trennt das Ganze so sehr, das gibt so eine Hierarchie - ob ein Kind leiblich ist oder nicht, das hat doch keinerlei Bedeutung“, sagt Michael, der darüber, wie er sagt, lange nachgedacht hat.

Co-Parenting

Aaron erzählt, sie hätten Bekannte, zwei Schwule und zwei Lesben, die auch gemeinsame Kinder hätten und die viel Wert darauf legten, andere Leute wissen zu lassen, wer von wem abstamme. „Ich finde das traurig, die fühlen sich ganz anders verbunden als wir“, findet Aaron. Michael, Aaron und Franka möchten alle drei die Eltern beider Kinder sein, unabhängig von den biologischen Tatsachen, und das sind sie auch, soweit man das an einem einzigen Tag überblicken kann. Jeder der Männer kümmert sich rührend um beide Kinder; sie tragen Remus im Tragetuch vor dem Bauch, kochen Fläschchen und machen alles mit einer absolut identischen elterlichen Professionalität wie Franka - die am Morgen schon ein Buggyboard aufgebaut hat.

Dass Co-Parenting auch dauerhaft funktionieren kann, das hat die Amerikanerin Rachel Hope bewiesen. Schon vor 25 Jahren hat sich die heute 44-jährige bisexuelle Autorin aus Los Angeles mit einem 18 Jahre älteren kinderlosen Informatiker zusammengetan und mit ihm einen Sohn gezeugt. Dieser Sohn hat inzwischen einen Bachelor in Philosophie und macht gerade seinen Master in Theologie, weil er Priester werden will. Hope sagt, sie habe ihn gefragt, ob er seine unkonventionelle Familie als Ursache für seine Religiosität sieht, und er habe ihr geantwortet: „Ja, Gott hat mir die perfekten Eltern gegeben, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin. Und Gottes eigentlicher Plan ist, dass Leute heiraten und dann Kinder kriegen. Aber er erlaubt uns auch, von diesem Plan abzuweichen. Gott ist nämlich flexibel in seinen Planungen.“

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