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Chronologie : Der Seuchenzug der Vogelgrippe

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Rund 60 Menschen waren bereits gestorben, als Ende 2003 in Asien Erreger der Vogelgrippe identifiziert wurde. Viele Millionen Vögel verendeten oder wurden getötet. Jetzt ist der Virus auch in Deutschland angekommen. Die Chronologie einer Seuche.

          2 Min.

          Das aggressive Vogelgrippen-Virus H5N1 hat nun auch Deutschland erreicht. Der Erreger breitet sich seit 2003 von Asien her aus, etwa 90 Menschen sind bisher daran gestorben. Schon vor 2003 hatte es auch in Deutschland Fälle von Geflügelpest gegeben, allerdings verursacht von wesentlich weniger aggressiven Subtypen des Virus, etwa H7N7. Die Chronologie einer Seuche:

          1997: In Hongkong treten die ersten Fälle von Vogelgrippe des Subtyps H5N1 auf. Im Mai stirbt ein dreijähriger Junge an der Erkrankung.

          Ende 1997/Anfang 1998: Nach einem neuerlichen Ausbruch der Krankheit sterben weitere fünf Menschen. Insgesamt infizieren sich 18 Personen mit dem Virus. Hunderttausende Hühner werden getötet.

          Dezember 2003: Die Vogelgrippe grassiert zunächst in Thailand, Vietnam, Südkorea und Japan. Bis Februar 2004 erkranken 35 Menschen, 24 sterben. Ursache ist das Virus vom Subtyp H5N1.

          Vogelgrippe : H5N1 in Deutschland nachgewiesen

          Juli 2004: China räumt Fälle der Vogelseuche ein. Der Erreger wird bei Zugvögeln nachgewiesen.

          August 2004: In Vietnam sterben drei Menschen an der Vogelgrippe. Zwei Monate später erkranken in Thailand neun Menschen an der Vogelgrippe, acht von ihnen sterben.

          Dezember 2004: 68 Erkrankungen in Vietnam, Kambodscha und Indonesien: 25 Menschen sterben. Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer Pandemie mit Millionen Toten.

          Juli 2005: Das Virus breitet sich von Fernost nach Rußland und Kasachstan aus. In Vietnam sterben zwei Menschen an der Vogelgrippe. Seit 2003 sind dort über 40 Menschen an dem Virus gestorben.

          August 2005: Die EU verhängt einen Importstopp für Geflügel aus Rußland und Kasachstan. Er gilt bereits für neun asiatische Staaten.

          September 2005: Die Freilandhaltung von Geflügel wird in Teilen von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern verboten. Hühner, Puten, Enten und Gänse müssen in den Ställen bleiben, um eine Übertragung durch Zugvögel zu verhindern.

          Oktober 2005: In Rumänien, im europäischen Teil Rußlands und dem asiatischen Teil der Türkei wird das Virus H5N1 nachgewiesen. Zudem gibt es einen Verdachtsfall in Griechenland. Der EU-Importstopp wird auf Rumänien und die Türkei ausgedehnt. In Deutschland und Österreich muß alles Geflügel in Ställen untergebracht werden, damit es sich nicht an Zugvögeln infiziert.

          Dezember 2005: Mitte des Monats endet die vor zwei Monaten zum Schutz vor der Vogelgrippe verhängte Stallpflicht für Geflügel in Deutschland. Gleichzeitig teilt die ukrainische Regierung mit, daß erstmals an elf Orten auf der Halbinsel Krim das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 entdeckt worden sei. In Rumänien werden nahe der bulgarischen Grenze neue Fälle von Vogelgrippe festgestellt.

          Januar 2006: Nach der weiteren Ausbreitung der Vogelgrippe in der Türkei lotet Bundesagrarminister Horst Seehofer mit den Verbraucherministern der Länder schärfere Schutzmaßnahmen gegen die Tierseuche aus. Die Vogelgrippe war in der Türkei erstmals in einem Urlaubsort an der ägäischen Küste aufgetaucht. Zur Bekämpfung der Vogelgrippe fordern die Vereinten Nationen von der Staatengemeinschaft umgerechnet 1,1 Milliarden Euro.

          Februar 2006: Die Vogelgrippe hat die Europäische Union erreicht: In Italien und Griechenland wird am 11. Februar erstmals das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 bei Schwänen nachgewiesen. Auch in Bulgarien wird das Virus offiziell bestätigt. Am 12. Februar wird auch in Slowenien die Erkrankung eines Schwans bekannt.

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