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Chinesische Mafia : Mit den Triaden kennt sich in Europa nur Scotland Yard aus

  • Aktualisiert am

Scotland Yard: Europas einzige Experten für die chinesische Mafia sitzen in London Bild: picture-alliance/ dpa

Triaden heißen die chinesischen Mafiaorganisationen, deren Brückenköpfe in der ganzen Welt agieren. Die Zentralen liegen in Hongkong, wo es zwischen fünfzig und sechzig Triaden gibt. Als Symbol der Triaden gilt der Drache, der in China Stärke und Weisheit versinnbildlicht.

          Triaden heißen die chinesischen Mafiaorganisationen, deren Brückenköpfe in der ganzen Welt agieren. Die Zentralen liegen in Hongkong, wo es zwischen fünfzig und sechzig Triaden gibt. Als Symbol der Triaden gilt der Drache, der in China Stärke und Weisheit versinnbildlicht.

          Anders als bei der italienischen Mafia steht der Anführer, der „Drachenkopf“, nicht an der Spitze eines überschaubaren Familienbetriebs: Bis zu 20.000 Mitglieder zählt eine Triade. Eine Verbindung der Täter von Sittensen zur Chinesen-Mafia schließt das Landeskriminalamt Niedersachsen nicht aus. Nach Ansicht von Berndt Georg Thamm, einem Fachmann für organisierte asiatische Kriminalität, spricht jedoch einiges gegen diese Theorie: „Konflikte, die mit dem Tod von Betroffenen enden könnten, trägt eine Triade normalerweise diskret aus und nicht vor den Augen der nichtchinesischen Öffentlichkeit.“

          Versteckte Gewalt, große Brutalität

          Zu Gewalt komme es normalerweise nur versteckt, innerhalb des Milieus. Gegen einen Triaden-Täter spreche außerdem, dass Deutschland nicht zu den europäischen Ländern gehöre, in denen die chinesische Mafia Niederlassungen unterhält. Die größte und mächtigste Triade, die „Wo“-Gruppe, ist seit den dreißiger Jahren in Manchester zu Hause; die „Fourteen-K“-Bande operiert in den Niederlanden; und die Gruppe „Big Circle“ kontrolliert das 13. Pariser Arrondissement.

          Berüchtigt sind die Triaden wegen ihrer besonders brutalen Bestrafungsmethoden gegenüber eigenen Mitgliedern. In Deutschland, wo rund 70.000 chinesische Staatsbürger leben, kam es in den Neunzigern zu Mordfällen, die auf das Konto von Triaden gehen sollen: In Erlangen etwa wurde im Jahr 1992 ein Lokalbesitzer chinesischer Herkunft durch mehrere Schüsse getötet. Die Leiche legten die Mörder auf den Einfädelungsstreifen einer Autobahn ab. Einer Frau, die sich dem Toten nähern wollte, schossen die Täter in den Unterleib.

          Westliche Polizei ohne Expertenwissen

          Triaden existierten wahrscheinlich schon um die Zeitenwende. Sie wurden von Bauern und Mönchen gegründet, die sich gegen die Herrschaft der Ming-Chinesen auflehnten. Triaden-Mitglieder erkannten sich untereinander anhand von Geheimsymbolen und verständigten sich per Fingercode. Erst nach der europäischen Kolonisation wandten sie sich kriminellen Machenschaften zu.

          Die chinesische Polizei soll Handbücher besitzen, die ihnen die Bedeutung der Handzeichen erschließt. In den Polizeistationen der westlichen Welt mangelt es dagegen an Expertenwissen. Über gute Kenntnisse verfüge in Europa nur Scotland Yard, das bis zur Rückgabe Hongkongs an China im Jahr 1997 die Polizeioffiziere der Kronkolonie stellte, meint Thamm. Erschwerend wirke, dass die Opfer von Triaden-Kriminalität sich nur selten an die Polizei wendeten: „Sie gilt vielen Chinesen als die Polizei der weißen Teufel. Diese um Hilfe zu bitten bedeutet Gesichtsverlust.“

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