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Chinas Sonde auf dem Mond : Chang’e 5 sammelt Mondgestein

Im Landanflug: Dieses Bild vom Mond nahm die Kamera an Chinas Raumschiff auf. Bild: AFP

Zwei Tage lang soll Chinas Roboter auf dem Mond Gesteinsproben sammeln. Sie könnten neue Erkenntnisse über den Erdtrabanten bringen.

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          Nachdem China am Dienstag Lander und Aufstiegsstufe seiner Chang’e-5-Mission auf dem Mond landen konnte, soll die Robotersonde nun wie geplant Gesteinsproben von der Oberfläche und aus bis zu zwei Metern Tiefe sammeln. Dafür ist sie mit einem Roboterarm und einem Bohrer ausgestattet. Das Erstellen der bis zu zwei Kilogramm schweren Probe aus einem Bohrkern und losem Gestein soll rund zwei Tage in Anspruch nehmen.

          Sibylle Anderl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Das Material soll daraufhin vom Aufstiegsmodul zurück zur im Orbit kreisenden Muttersonde gebracht und von ihr Mitte Dezember auf der Erde abgeliefert werden – seit 1976 wäre das der erste Transport von Mondgestein zur Erde.

          Analyse könnte zeigen, dass Mond vulkanisch aktiv war

          Die Landestelle von Chang’e 5 befindet sich auf der unserer Erde zugewandten Mondseite nördlich des Vulkanberges Mons Rümker im Oceanus Procellarum. Diese Region wurde ausgewählt, um sicher zu stellen, dass das zu gewinnende Material sich von den existierenden Gesteinsproben unterscheidet: Das Alter der Vulkanebene wird rund zwei Milliarden Jahre jünger geschätzt als dasjenige der Landeregionen der Apollo- und Lunamissionen. Eine Analyse des Gesteins könnte zeigen, dass der Mond vor ein bis zwei Milliarden Jahren noch vulkanisch aktiv war.

          Bisherige Beobachtungen von Sonden aus dem Mondorbit weisen darauf hin, dass auch die chemische Zusammensetzung der Proben sich von früheren unterscheiden dürfte. Entsprechende Informationen könnten neue Erkenntnisse über die Eigenschaften des Mantelgesteins und über den thermischen Zustand des Mondes im damaligen Zeitraum liefern.

          Das Alter der Region kann bislang allerdings nur mit relativ großen Unsicherheiten auf der Grundlage von Kraterzählungen bestimmt werden. Bei dieser Methode wird anhand von Modellen aus der Anzahldichte der beobachtbaren Krater auf das Alter der Oberfläche geschlossen: Je älter die Fläche, desto mehr Einschläge sollten sichtbar sein. Eine präzise Datierung des Gesteins der Mons-Rümker-Region anhand radiometrischer Messungen im Labor könnte helfen, diese Methode der Kraterzählung, die auch zur Schätzung des Alters anderer Planeten, Monde und Asteroiden genutzt wird, durch einen weiteren empirischen Datenpunkt besser zu kalibrieren.

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