https://www.faz.net/-gum-14au0

China : Zwei Verantwortliche für Milchskandal hingerichtet

  • Aktualisiert am

Auch der kleine Hu Shuang erkrankte an Nierensteinen Bild: EPA

In dem Skandal um verseuchtes Babymilchpulver in China sind zwei Verantwortliche hingerichtet worden. Durch die gepanschte Milch erkrankten vor gut einem Jahr 300.000 Säuglinge. Mindestens sechs Säuglinge starben.

          1 Min.

          Mehr als ein Jahr nach dem Milchskandal in China sind am Dienstag zwei dafür Verantwortliche hingerichtet worden. In einem der bislang größten Lebensmittelskandale in China starben mindestens sechs Kinder an den Folgen einer Melamin-Verseuchung von Milchpulver, mehr als 300.000 erkrankten.

          Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, wurden der Rinderzüchter Zhang Yujun und der Molkerei-Betreiber Geng Jinping hingerichtet. Die beiden Verurteilten wurden im Januar schuldig gesprochen, wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Herstellung und Verkauf giftiger Nahrung. Sie sollen ein Protein-Pulver hergestellt und verkauft haben, das Melamin enthielt.

          In dem Skandal waren einundzwanzig Menschen vor Gericht gestellt und verurteilt worden. Außer den beiden jetzt vollstreckten Todesstrafen wurde eine weitere für zwei Jahre ausgesetzt und dürfte - wie in China üblich - dann in lebenslange Haft umgewandelt werden. Ferner wurden drei lebenslange Strafen verhängt. Fünfzehn weitere Haftstrafen reichten von zwei bis fünfzehn Jahre.

          Der Milch war die Industriechemikalie Melamin beigemengt worden

          Milch sollte gehaltvoller erscheinen

          Melamin, das zur Herstellung von Kunststoff und Düngemitteln genutzt wird, sollte verwässerte Milch bei Kontrollen gehaltvoller erscheinen lassen. Das Pulver wurde an Milchproduzenten verkauft, die die Melamin-verseuchte Milch an die Sanlu Group lieferten, den damals größten Molkereikonzern Chinas. Bei Kleinkindern führte das Melamin zu Nierensteinen und Nierenversagen.

          Der Skandal um das Melamin-verseuchte Milchpulver wurde im September vergangenen Jahres aufgedeckt. Insgesamt 21 Personen wurden vor Gericht gestellt. Die harten Strafen unterstrichen die Entschlossenheit der Regierung, gegen Probleme bei der Lebensmittelsicherheit vorzugehen und den Skandal schnell hinter sich zu bringen. Ungeklärt sind aber immer noch Vorwürfe, dass der Skandal schon länger bekannt war, vor den Olympischen Sommerspielen in Peking aber unterdrückt wurde.

          Weitere Themen

          Virtuelle Clubnacht im Berliner „Watergate“ Video-Seite öffnen

          „Yes we’re open“-Party : Virtuelle Clubnacht im Berliner „Watergate“

          Für Clubgänger, die das Feiern im Berliner Watergate vermissen, gibt es ab Freitag die Möglichkeit, über die neue Augmented-Reality-Plattform „Yes, we’re open“ Party zu machen. Nutzer können sich auf den verschiedenen Tanzflächen des Clubs bewegen und andere Besucher kennenlernen. Näher kommen, kann man sich auf der virtuellen Watergate-Toilette.

          Topmeldungen

          Burak Yilmaz (32), Pädagoge, im Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie in Duisburg

          Junge Migranten : Was gehört zu Deutschland?

          Das Dirndl? Die Shisha-Pfeife? Die Juden? Junge Migranten aus Duisburg sprechen mit einem Sozialarbeiter über Identität und Geschichte. Und warum der Holocaust zur Diskussion über heutige Werte führt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.