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Weihnachtsdekoration aus China : Die armen Wichtel von Yiwu

  • -Aktualisiert am

Rot mit Mütze: Arbeiter in einer Weihnachtsfabrik von Yiwu Bild: Reuters

Aus den „Weihnachtsdörfern“ in der chinesischen Provinz Yiwu stammen zwei Drittel aller Festdekorationen. Wanderarbeiter schuften dort derzeit im Akkord – ohne zu wissen, was sie da eigentlich herstellen.

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          So hat man sich die Werkstatt des Weihnachtsmannes nicht vorgestellt. Anstatt süßer kleiner Wichtel, die an sauberen Werkbänken singend an hübschen Sachen werkeln, steht da ein junger Arbeiter, von oben bis unten bekleckst mit roter Farbe, in einer schmutzigen Fabrikhalle vor Färbebottichen. Xiao Wei färbt Weihnachtsdekoration in grelles Rot und stellt oder hängt sie dann zum Trocknen auf.

          Xiao Wei arbeitet in einem der chinesischen „Weihnachtsdörfer“ im Bezirk Yiwu. Dort, in der ostchinesischen Provinz Zhejiang, werden zwei Drittel aller Weihnachtsdekorationen der Welt hergestellt und in die christlichen Länder verkauft. Hergestellt werden der für China fremde Baumschmuck und die Weihnachtsmänner in vielen kleinen Fabriken und Werkstätten, die zumeist Wanderarbeiter aus den Inlandsprovinzen beschäftigen.

          Der chinesische Fotograf Chen Ronghui hat einen Vater und seinen Sohn aus der Provinz Guizhou bei ihrer Arbeit in einer der 600 Weihnachtsfabriken von Yiwu beobachtet. Die beiden kamen angelockt von Gerüchten, dass man in Yiwu 4000 Yuan (gut 500 Euro) im Monat verdienen könne. Tatsächlich müssen Vater und Sohn jetzt aber im Akkord arbeiten, und nur mit Überstunden von morgens um acht Uhr bis abends um zehn Uhr kommen sie auf 3000 Yuan. Das ist aber für die Wanderarbeiter aus ländlichen Regionen, wo der Verdienst eines Jahres oft nur 4000 Yuan beträgt, immer noch ein guter Lohn.

          Bei den Kindern im Dorf kommt der Weihnachtsmann offenbar gut an.
          Bei den Kindern im Dorf kommt der Weihnachtsmann offenbar gut an. : Bild: Reuters

          Da wird die rote Farbe in Kauf genommen. Zum Schutz für die Haare setzen sich die Arbeiter eine Weihnachtsmannmütze auf. Am Abend ist dennoch alles an ihnen rot, auch das Haar. Vor dem Mund tragen sie einen Schutz aus Zellstoff. Bis zu zehn pro Tag brauchen sie, so schnell wird der Mundschutz von der Farbe verklebt. Was sie da herstellen, wissen sie nicht. Das Weihnachtsfest, das chinesisch mit „Fest der heiligen Geburt“ übersetzt wird, ist ihnen unbekannt. Sie haben höchstens eine Vermutung: Ist das nicht das Neujahrsfest der Ausländer?

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