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China : Große Klagen über kleine Kläffer

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Affenliebe für Hunde: In China geht die Tierliebe seltsame Wege Bild: AP

Früher liebten Chinesen Hunde als Delikatesse, heute werden sie als Haustiere geschätzt. Doch die Menschen wissen noch nicht, wie man die Vierbeiner richtig hält. Die Folgen sind Hundeplagen, Ausbreitung der Tollwut und vergiftete Nachbarschaftsbeziehungen.

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          Vor einigen Jahren wurde in den Städten Chinas die Hundehaltung erlaubt. Seitdem entpuppen sich die Chinesen, die Hunde früher vornehmlich als Delikatesse geschätzt haben, als Hundeliebhaber. Die Zahl der Haustiere explodiert. Allein in der Hauptstadt Peking gibt es 55.0000 registrierte Hunde - und vermutlich ebenso viele, die nicht registriert sind. Jedes Jahr kommen etwa 90.000 dazu.

          In Pekinger Vororten, wo die Begüterten wohnen, ist der große Hund ein Statussymbol wie das große Auto: Besonders Bernhardiner und Schäferhunde sind als Wachhunde beliebt. Aber immer öfter spricht man nun von einer Hundeplage, die eine Gefahr sei für Gesundheit und Ruhe in der Vierzehn-Millionen-Metropole. Der Streit vergiftet gutnachbarschaftliche Beziehungen und führt zu ständigen Querelen.

          Tollwut könnte sich ausbreiten

          Den Hund zu melden kostet 1000 Yuan (etwa 100 Euro), das ist mehr als die monatliche Rente eines Arbeiters. Zudem sind die Besitzer gemeldeter Hunde verpflichtet, ihren Hund gegen Tollwut zu impfen. Doch die Impfung kostet bis zu 500 Yuan. Daher sind auch viele registrierte Hunde nicht geimpft. Dadurch ist die Tollwut auf dem Vormarsch. Fast 70.000 Patienten meldeten sich in diesem Jahr mit Hundebissen allein in den Pekinger Krankenhäusern. An Tollwut starben in der ersten Jahreshälfte bereits 106 Personen im ganzen Land, damit ist die Tollwut bei Todesfällen durch ansteckende Krankheiten an die erste Stelle gerückt. Tierärzte fordern eine umfassende Impfkampagne.

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          China : Große Klagen über kleine Kläffer

          Die Hundebestimmungen sehen vor, daß die Haustiere nicht größer als 35 Zentimeter sein dürfen. Die Regelung leuchtet ein, denn die meisten Städter leben in Hochhäusern und dürfen die Hunde nur morgens und abends einmal auf die Straße zum Gassi gehen ausführen; den Rest des Tages sind sie in den meist kleinen Wohnungen eingesperrt. Doch davon lassen sich viele Pekinger Bürger nicht beirren. Selbst in Hochhauswohnungen halten sie heimlich große Hunde.

          Hunde sorgen für Nachbarschaftsstreitereien

          Kein Wunder, daß die Nachbarn in den Wohntürmen über Geruchsbelästigung klagen, wenn sich die Hunde den ganzen Tag in den Wohnungen aufhalten. In den Aufzügen gibt es immer wieder Zusammenstöße zwischen Tierhaltern und anderen Bewohnern, die sich und ihre Kinder durch die Kläffer bedroht fühlen. Die Hundehaltung führt auch zu neuer Lärmbelästigung.

          Weil die meisten Halter ihre Tiere nicht abrichten, bellen die Hunde zuviel und zu Unzeiten, wecken frühmorgens die Nachbarschaft auf und erschrecken Kinder und alte Leute beim Spazierengehen. Abends werden Hunde oft einfach im Garten oder auf dem Balkon in einen Käfig gesperrt und heulen dann laut. Beschwerden bei Hausverwaltungen über Hundedreck und Hundelärm häufen sich.

          Neuer Beruf in China - Hundetrainer

          Die chinesischen Städter entdeckten ihre Liebe zu den Tieren, ohne zu wissen, wie man Tiere halte, sagt Lu Di, die Vorsitzende des Vereins zum Schutz kleiner Tiere. Die meisten Hundebesitzer wollen kein Geld für Sterilisierungen ausgeben. So vermehrten sich die Hunde in ungeahntem Maße. Viele kleine Hunde werden dann oft einfach ausgesetzt. Tierschützer fordern eine Unterweisung von Tierhaltern. Und Nichttierhalter wollen, daß die Tiere besser abgerichtet werden. Chinas Arbeitsministerium hat gerade eine Liste von zwölf Berufen veröffentlicht, die neu sind in China. Der des Hundetrainers steht da neben dem Immobilienmakler und dem Freizeitberater. Es scheint, daß er eine große Zukunft hat.

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