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China : Chris de Burghs Tochter ist „Miss World“

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Die schönsten Drei Bild: dpa/dpaweb

Die 19jährige Irin Rosanna Davison, Tochter von Chris de Burgh, wurde am Samstag in China zur „Miss World“ gewählt. Die Gewinnerin zeigte sich „schockiert“, ihr Vater „fassungslos“.

          2 Min.

          Die irische Schönheit Rosanna Davison, Tochter des Sängers Chris de Burgh, ist zur neuen „Miss World“ gekrönt worden. Die 19jährige Blondine wurde am Samstag bei dem internationalen Schönheitswettbewerb im Touristenzentrum Sanya auf der Insel Hainan in Südchina unter den Kandidatinnen aus 106 Ländern ausgewählt. Es war das erste Mal, daß der Wettbewerb in China stattfand.

          „Ich habe es nicht vorhergesehen. Ich bin geschockt“, sagte die 19jährige Gewinnerin, die als Favoritin ins Rennen gegangen war. Sie habe erkennen können, wie „nervös“ ihr Vater bei den Ergebnissen gewesen sei. Chris de Burgh selbst sagte: „Ich bin fassungslos, aber ich bin sicher, daß wir damit leben können.“

          Quälendes Finale

          Das Finale sei „quälend“ gewesen, sagte der Sänger. Mit Heimvorteil kam „Miss Volksrepublik China“, Guan Qi, auf Platz drei. Die 21jährige sagte, unter die ersten 20 zu kommen, „wäre schon gut gewesen. Ich bin verblüfft.“ Zweite wurde die Miss Kanada. Ohne Chance blieb die 25jährige „Miss Germany“ und Zahnarzthelferin Babett Konau aus Kiel, die die Endrunde der letzten 20 nicht erreichte.

          Hallo Papa: Rosanna freut sich

          Der Wettbewerb wurde erstmals im chinesischen Fernsehen live übertragen. Hunderte von Millionen Menschen verfolgten weltweit die Endausscheidung. Unter den Juroren waren der Hollywood-Schauspieler Jackie Chan, die „Sex and the City“-Autorin Candace Bushnell und die Präsidentin des Wettbewerbs, Julia Morley. Kurz vor der Krönung der Irin trat der britische Popstar Bryan Ferry auf.

          Schönste Strandnixe

          Die neue „Miss World“ war in Sanya schon zur schönsten Strandnixe gekürt worden. Kurz vor der Entscheidung beschrieb sich die 19-Jährige selbst als „warmherzig, lebenslustig und bescheiden“. Als Tugenden, die sie an Menschen schätzt, nannte Davison „Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit und Treue“.

          Die Irin trägt den Geburtsnamen ihres Vaters. Der Sänger heißt eigentlich Christopher John Davison, hat später aber den Namen der irischen Linie seiner Mutter übernommen. Diese Familie läßt sich bis zu Richard Löwenherz zurückverfolgen.

          Nicht mehr dekadent

          Daß die „Miss World“-Wahl erstmals in China stattfand, gilt als ein weiteres Zeichen für die rasante Entwicklung der Volksrepublik vom Kommunismus zum internationalen Kommerz. Während der Kulturrevolution (1966-76) galten geschminkte Frauen noch als konterrevolutionär und dekadent. Heute geben Chinas Frauen Milliarden Dollar jährlich für kosmetische Produkte oder Schönheitsoperationen aus.

          Vergangenes Jahr ließ die Polizei in Kanton noch einen „Miss China“-Wettbewerb platzen, angeblich weil eine Genehmigung fehlte. Doch ist 2003 das „Jahr der Schönheitswettbewerbe“, wie Zeitungen schrieben. Das Geschäft mit der Schönheit läuft. Überall entstehen Model-Agenturen. Es gab die „Miss China“, die „Miss Shanghai“ sowie zwei internationale Model-Wettbewerbe. Auch nahm das Land erstmals an allen drei großen internationalen Schönheitswettbewerben teil - „Miss Universum“, „Miss International“ und „Miss World“.

          Für das chinesische Touristenzentrum Sanya, das in die Liga der asiatischen Traumziele aufsteigen will, war der Trubel um die schönsten Frauen der Welt eine einzigartige Werbung. Eigens wurde eine „Krone der Schönheit“ genannte neue Veranstaltungshalle gebaut, die 12 Millionen Euro gekostet haben soll. Vor einem Jahr hatte die geplante „Miss World“-Wahl in Nigeria im Vorfeld heftige Ausschreitungen zwischen Christen und Moslems ausgelöst, denen mehr als 200 Menschen zum Opfer gefallen waren. Der Wettbewerb hatte kurzfristig nach London verlegt werden müssen.

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