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F.A.Z.-Leser helfen : Chancen auf ein besseres Leben eröffnen

  • -Aktualisiert am

Erfolgsaussichten I: Die Schule der Stiftung Kinderzukunft in Guatemala nimmt auch Kinder aus armen Bergdörfern unentgeltlich auf Bild: Frank Röth

Die Frankfurter Allgemeine/Rhein-Main-Zeitung hat ihre Leser wieder um Spenden für soziale Projekte gebeten. In diesem Jahr werden eine Dorfschule in Guatemala und ein spezielles Deutschkursus-Programm für Flüchtlinge unterstützt.

          Zwei Mädchen schaukeln lachend um die Wette, einige Jungen sammeln Käfer auf, werfen sie in die Luft und sehen ihnen beim Fliegen zu. An der Grundschule im Kinderdorf - spanisch „Aldea infantil“ - im Hochland von Guatemala ist gerade Pause. Während die Jüngeren an den Spielgeräten toben, laufen die älteren Jungen und Mädchen in Gruppen über die Wiesen rund um das Schulgebäude. Überall sind helle Stimmen zu hören und lachende Kinder zu sehen.

          Ingrid Karb

          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Von der Not der Menschen rundum ist in dem Kinderdorf auf einem Hügel am Stadtrand von Salcajá wenig zu spüren. Die jungen Bewohner des Dorfes, die als Waisen hierherkamen oder von ihren Eltern abgegeben wurden, weil sie sie nicht ernähren konnten, und die Kinder aus angrenzenden Siedlungen, die ebenfalls die Grundschule besuchen, wirken fröhlich. Anders als viele ihrer Altersgenossen in den großen Städten und auf dem Land, die hungern, schon früh mitarbeiten müssen und häufig mit Gewalt konfrontiert werden, wachsen die Kinder hier unbeschwert auf. Möglich macht dies Hilfe aus Deutschland: Das Kinderdorf wird von der im Main-Kinzig-Kreis beheimateten Stiftung Kinderzukunft getragen.

          Eines der ärmsten Länder der Welt

          Das mittelamerikanische Land Guatemala, das auf der Halbinsel Yucatán liegt, im Norden an Mexiko und im Süden an Honduras und El Salvador grenzt, gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Nach Angaben der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit leben mehr als die Hälfte der gut 15 Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze. Das statistische jährliche Einkommen pro Kopf von gut 3700 amerikanischen Dollar ist ungleich verteilt zwischen bessergestellten Ladinos mit europäischen Wurzeln und Mayas, der indigenen Bevölkerung.

          Ein Fernsehbericht über notleidende Kinder in Guatemala hatte den Stiftungsgründer und Möbelhändler Rudolf Walther vor mehr als 25 Jahren so bewegt, dass er aufbrach, um zu helfen. Von einem ortsansässigen Unternehmer konnte er das große Grundstück auf dem Hügel bei Salcajá günstig erwerben, auf dem 1991 das Kinderdorf eröffnet wurde. Wenige Jahre später baute seine Stiftung weitere Kinderdörfer in Bosnien und Rumänien. Doch während diese inzwischen von den jeweiligen Ländern finanziell mitgetragen werden, kommt die Stiftung für die Kosten des Aldea infantil in Höhe von 700.000 Euro im Jahr noch immer weitgehend alleine auf. Dürre und Missernten, Naturkatastrophen wie Hurricans und Erdrutsche sowie Korruption - der letzte Präsident Otto Pérez Molina sitzt deshalb zurzeit in Haft - führen dazu, dass vom Staat kein Geld zu bekommen ist.

          Zugang zur Bildung sichern

          Obwohl die Spendensumme aus Deutschland in den vergangenen Jahren konstant geblieben ist, mussten in dem Kinderdorf mit 18 Wohngemeinschaften, Grundschule, Werkstätten, Arztpraxis und Mensa Leistungen zurückgefahren werden. Schuld daran sind die Inflation und der gestiegene Dollarkurs, an den die einheimische Währung Quetzal gekoppelt ist. Innerhalb der vergangenen drei Jahre sind die Kosten nach Angaben von Stiftungsgeschäftsführer Hans-Georg Bayer um rund 30 Prozent gestiegen. Innerhalb von acht Jahren seien allein die Ausgaben für die Schule mit Kindergarten, Vorschule und sechs Klassenstufen um 20.000 auf 70.000 Euro gewachsen.

          Um den Kindern aus den Bergsiedlungen in den nächsten Jahren weiterhin Zugang zur Bildung und damit die Chance auf ein Leben ohne Hunger und Armut geben zu können, hat sich die Stiftung Kinderzukunft an diese Zeitung gewandt und um Unterstützung gebeten. Spenden unserer Leser sollen den Betrieb der Schule für derzeit 190 Kinder, von denen nur die Hälfte im Kinderdorf lebt, sicherstellen.

          Erfolgsaussichten II: In Frankfurt lernen Flüchtlinge im Projekt „Sprachförderung im Betrieb“ deutsche Begriffe, die sie im Handwerk benötigen

          Auch viele Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, erhoffen sich hier eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder. Für ihre Integration in die Gesellschaft ist eine Arbeitsstelle ein wesentliches Element. Haupthindernis dabei ist die Sprachbarriere. Hier setzt ein spezielles Programm der Stadt Frankfurt an: Mit der Hilfe von Sprachtrainern sollen Flüchtlinge direkt am Arbeitsplatz Deutsch lernen. Mit der diesjährigen Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ werden die dafür nötigen Voraussetzungen geschaffen. Die Förderkräfte müssen speziell geschult werden, denn der berufssprachliche Unterricht ist didaktisch anders aufgebaut als ein herkömmlicher Deutschkursus.

          Angesiedelt ist das Projekt beim Sozialdezernat und dem Frankfurter Arbeitsmarktprogramm. In einer neuen Fachstelle werden zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt, welche die Sprachförderkräfte schulen. Außerdem berät die Fachstelle Betriebe, die Sprachtrainer suchen, und vermittelt ihnen Ansprechpartner. Die Förderkräfte können aus Betrieben selbst stammen, aus Sprachschulen und von Bildungsträgern kommen oder als freiberufliche Dozenten tätig sein. Ein Sprachförderer bespricht unter anderem Arbeitsaufträge mit den Flüchtlingen, liest Arbeitspapiere mit ihnen und hilft auch konkret dabei, Teile einer Maschine richtig zu benennen.

          Das Projekt „Sprachförderung im Betrieb“ ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und kostet pro Jahr 210 000 Euro. Die Stadt wird sich an der Finanzierung beteiligen, braucht aber Partner, um das Projekt verwirklichen zu können - in diesem Fall die Leser dieser Zeitung. Geschult werden die Sprachförderkräfte in Theorie und Praxis. Dafür gehen sie in Betriebe. Auch die Kosten für den praktischen Teil der Qualifizierung werden übernommen, so dass die Unternehmen dafür nichts zahlen müssen. Das Sozialdezernat hat bereits gute Erfahrungen mit dieser Art der gezielten Sprachförderung gemacht: In einem Modellprojekt wurden im Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe Altenpflegehelfer mit Migrationshintergrund zu examinierten Fachkräften ausgebildet.

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