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BSE : Skandal um fehlerhafte BSE-Tests weitet sich aus

  • Aktualisiert am

Künast unter verstärktem Druck - mehr fehlerhafte BSE-Tests Bild: dpa

Der Skandal um nachlässige BSE-Tests weitet sich aus. In Bayern wurden am Montag Testmängel in einem staatlich überwachten Labor entdeckt.

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          Der Skandal um nachlässige BSE-Tests weitet sich aus. In Bayern wurden nun erstmals auch Testmängel in einem staatlich überwachten Labor entdeckt. Bei der Überprüfung privater Kontrollinstitute in Baden-Württemberg wurden zudem am Montag weitere Unregelmäßigkeiten aufgedeckt. Dort sind 40.000 Proben betroffen. Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) sieht im Augenblick allerdings keine akute Gefahr für die Bürger. Dies schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“, Dienstag) unter Berufung auf einen Brief Künasts an EU-Verbraucherminister David Byrne.

          Bei einem für BSE-Tests zugelassenem Nürnberger Unternehmen seien Hinweise auf Mängel bei 113 Einzeltests gefunden worden, teilte das bayerische Verbraucherschutzministerium am Montag in München mit. Zuvor war in Bayern bereits ein privates Labor vom neuerlichen BSE- Skandal betroffen.

          Fehler in Bayern und Baden-Württemberg

          Bei dem am Montag aufgedeckten Fall in Bayern wurde das Landesamt bei 13 Proben mit unklarem Ergebnis entgegen den Vorschriften nicht informiert. Wegen eines Laborfehlers hätten 90 Tests zu keinem verwertbaren Ergebnis geführt. Bei den 10 restlichen Fällen sei die Dokumentation lückenhaft. Für die BSE-Test-Zulassung des Labors wurde ein Widerrufverfahren eingeleitet. Außerdem werde versucht, das Fleisch der betroffenen Schlachtrinder rückzuverfolgen, erklärte das bayerische Verbraucherschutzministerium.

          Das baden-württembergische Verbraucherministerium teilte mit, im Südwesten werde derzeit ebenfalls nach dem Fleisch der Tiere gefahndet, die in dem neu betroffenen Labor getestet wurden. Bis Montag sei es noch nicht sichergestellt worden.

          Zehntausende von Tests betroffen

          Der aktuelle Fall ist der zweite in Baden-Württemberg, bei dem ein Labor nachweislich so genannte Negativkontrollen unterlassen hat. Mit diesen soll überprüft werden, ob die BSE-Tests richtig funktioniert haben. Noch werde untersucht, ob die unterlassenen Kontrollen Einfluss auf die Testergebnisse haben. Bislang sind in drei Bundesländern - neben Baden-Württemberg und Bayern ist Rheinland-Pfalz betroffen - Unregelmäßigkeiten bei zehntausenden BSE-Tests festgestellt worden.

          Künast hatte Ende der vergangenen Woche einen bundeseinheitlichen Maßnahmeplan gegen schlampige BSE-Tests vorgelegt. Unter anderem muss bei zweifelhaften Ergebnissen das Fleisch von Tieren beschlagnahmt werden, die in vergangenen 24 Monaten in dem entsprechenden Labor untersucht wurden. Bis Freitag müssen die Bundesländer Berichte über private Testlabors an Künast abliefern. Darauf hätten sich die Veterinärreferenten der Länder und des Bundes verständigt.

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