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Brasilien : Hunderte Tote nach Überschwemmungen

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Die Behörden rechnen mit weiteren Toten unter den Trümmern Bild: dpa

In Brasilien ist die Rede von der „schlimmsten Naturkatastrophe“ in der Geschichte des Landes. Mehr als 500 Menschen sind in der Folge von Regenfällen und Erdrutschen in der Region nördlich von Rio de Janeiro ums Leben gekommen.

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          Mit mehr als 500 Toten bei den Überschwemmungen in Brasilien erlebt das Land die größte Naturkatastrophe seiner Geschichte. Mindestens 529 Menschen seien durch die Regenfälle und Erdrutsche nördlich von Rio de Janeiro ums Leben gekommen, sagten Behördenvertreter, und befürchten noch weitere Opfer.

          Präsidentin Dilma Rousseff versprach nach einem Besuch im Katastrophengebiet weitere Hilfen. Laut der Nachrichten-Website G1 kamen in der Stadt Nova Friburgo 246 Menschen ums Leben, in Teresópolis waren es demnach 223 Tote. In anderen Städten wie Petropolis und Sumidoro kamen mindestens 60 Menschen ums Leben.

          Als größte Katastrophe Brasiliens galt bislang ein Erdrutsch in der Küstenstadt Caraguatatuba 1967, als unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 300 und 436 Menschen getötet wurden. Besonders schwer betroffen ist das bergige Gebiet nördlich von Rio de Janeiro, ein insbesondere in der jetzigen heißen Jahreszeit begehrtes Ausflugsziel. Ganze Viertel in Nova Friburgo, Teresópolis und Petrópolis wurden durch Flüsse aus Schlamm und Gesteinsbrocken weggeschwemmt.

          Es wird mit weiteren Toten gerechnet

          Die Behörden rechneten mit weiteren Toten, da viele abgeschiedene Gebiete erst allmählich von den Rettungskräften erreicht werden konnten. Tausende Überlebende fanden in Notaufnahmelagern Unterschlupf. Kirchen und Polizeiwachen wurden zu Leichenhäusern umfunktioniert, in der warmen Luft stand der Geruch von verwesenden Leichen. Davor spielten sich dramatische Szenen ab, während Angehörige nach Vermissten suchten.

          Rousseff flog per Hubschrauber über das Gebiet und ging anschließend zu Fuß durch einige Regionen. Die Präsidentin, die erst seit Anfang des Jahres im Amt ist, zeigte sich schockiert und versprach „starke Maßnahmen“ der Regierung. Diese stellte bislang umgerechnet knapp 350 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung. Das Gesundheitsministerium kündigte zudem an, für die Region würden sieben Tonnen medizinisches Material zur Verfügung gestellt.

          Die teils spektakuläre Rettung einzelner Menschen gab aber auch immer wieder Anlass zur Hoffnung. Die Nachrichtensender zeigten am Donnerstag die Bilder einer Frau, die mit ihrem Hund im Arm auf dem Dach ihres Hauses sitzt, das von den Wassermassen mitgerissen wird. Nachbarn aus einem höher gelegenen Haus werfen ihr ein Seil zu, an dem sie sich hochziehen kann. Sie verschwindet kurz in den reißenden Fluten, taucht dann aber wieder auf und wird von den Nachbarn gerettet. Ihr Hund überlebte allerdings nicht. Andernorts konnten Rettungskräfte aus einem eingestürzten Haus ein sechs Monate altes Baby retten.

          Heftiger tropischer Regen in der Region Serrana hatte dazu geführt, dass Schlammlawinen in die Orte rutschten und Flüsse über die Ufer traten. Für die kommenden Tage sagten die Meteorologen weitere Regenfälle vorher.

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