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Bomben-Entschärfung : 20.000 Kölner müssen ihre Häuser räumen

Die Bombe wurde bei Arbeiten in der Nähe der Mühlheimer Brücke entdeckt. Bild: dpa

Es ist die größte Evakuierung in der Kölner Nachkriegsgeschichte: Wegen der Entschärfung einer Bombe müssen am Mittwoch viele Kölner ihre Wohnung verlassen. Weil die Bombe sehr tief in der Erde liegt, dürfte die Beseitigung nicht leicht werden.

          Wegen der Entschärfung einer 20-Zentner-Bombe findet in Köln an diesem Mittwoch die größte Evakuierung in der städtischen Nachkriegsgeschichte statt. Rund 20.000 Personen in den Stadtteilen Riehl und Mülheim müssen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Der Blindgänger aus amerikanischer Produktion war bei Vorarbeiten für eine Fernwärmeleitung gefunden worden.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Zwar hatte eine Luftbildauswertung keinen Hinweis auf Blindgänger ergeben. Trotzdem hatten Fachleute des nordrhein-westfälischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes Rheinland das Gelände untersucht. Schließlich waren im vergangenen Jahr in der Nähe schon zwei Blindgänger derselben Bauart entschärft worden.

          Dieter Daenecke, der technische Einsatzleiter, sagte am Dienstag, im aktuellen Fall müsse besonderer Aufwand getrieben werden. „Wie bei so schweren Bomben häufig, liegt auch dieser Blindgänger sehr tief im Erdreich.“ Es sei mit Hilfe von Brunnenringen zwar zügig gelungen, bis zu dem Blindgänger in etwa fünf Metern Tiefe vorzudringen. „Aber eine so große Bombe kann dann nicht durch die Ringe nach oben gehoben werden. Wir mussten deshalb ein sehr großes Loch mit großen Böschungen graben.“

          Die Böschungen dienen wie der weitgefasste Evakuierungsradius von 1000 Metern der Sicherheit der Bevölkerung. Geräumt werden müssen von sechs Uhr morgens an auch Alten- und Pflegeeinrichtungen der Sozialbetriebe Köln. Von den rund 1300 Bewohnern dieser Heime können 600 nur liegend transportiert werden.

          Daenecke wollen die Bombe möglichst noch vor Beginn des Feierabendverkehrs entschärfen. „Auch 70 Jahre nach dem Ende des Kriegs haben wir alle Hände voll zu tun“, sagte er. Erst am Dienstag hatten Feuerwerker in der Eifel in der Nähe der ehemaligen NS-„Ordensburg“ Vogelsang vier amerikanische Zweieinhalb-Zentner-Bomben entschärft.

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