https://www.faz.net/-gum-7p64h

Beverly Hills Hotel : Luxusboykott gegen Scharia in Brunei bröckelt

  • -Aktualisiert am

Gegen das Scharia-Strafrecht: Demonstranten vor dem Beverly Hills Hotel: Bild: REUTERS

Der Besitzer des renommierten Beverly Hills Hotels, der Sultan von Brunei, hat in seiner Heimat das Scharia-Strafrecht eingeführt. Die Bürgermeisterin würde das Hotel deshalb gerne boykottieren, aber einige Stadtväter verweigern die Gefolgschaft.

          Die Weigerung einiger Stadtväter der kalifornischen Enklave Beverly Hills, das renommierte Beverly Hills Hotel am Sunset Boulevard zu boykottieren, soll die Bürgermeisterin Lili Bosse doch überrascht haben. Nach einer hitzigen Debatte über das Scharia-Strafrecht, das der Sultan von Brunei als Eigentümer des Traditionshauses in der vergangenen Woche in dem asiatischen Staat einführte, konnten sich einige Mitglieder des Stadtrates jetzt nur dazu durchringen, dem Sultanat eine Missbilligung auszusprechen. Trotz der Ankündigung Bruneis, Homosexualität und Ehebruch künftig mit Tod durch Steinigung zu ahnden, wollen die Stadtoberen auf den Besuch der Veranstaltungen des Luxushotels wohl nicht verzichten.

          Viele Prominente, unter ihnen die Moderatoren Jay Leno und Ellen DeGeneres, hatten dagegen eindeutig Position gegen die islamischen Gesetze bezogen. Leno hatte am Montag an einem Protestmarsch vor Beverly Hills’ „Pink Palace“ teilgenommen und versprochen, er werde dem Hotel und seinem Restaurant Polo Lounge so lange fern bleiben, bis das Sultanat von der Scharia lasse. Auch Richard Branson, britischer Milliardär und Gründer der Fluggesellschaft Virgin Atlantic, sagte zu, mit seiner Entourage erst wieder in einem Haus der Hotelkette Dorchester Collection abzusteigen, wenn „der Sultan die Grundrechte achtet“. Zuvor hatten schon einflussreiche Organisationen der Unterhaltungsbranche wie der Motion Picture & Television Fund geplante Veranstaltungen aus dem Beverly Hills Hotel abgezogen.

          Stadtväter fürchten um Arbeitsplätze

          Das City Council, das Sultan Hassanal Bolkiah aufforderte, sich aus Beverly Hills zurückzuziehen und das Hotel zu verkaufen, wird dennoch keinen Bogen um das im Jahr 1912 eröffnete Haus schlagen. Wie in der Debatte anklang, fürchten einige Stadtväter vor allem um Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. „In Beverly Hills gibt es auch einige Hotels, die Saudi-Arabien gehören“, hatte Christopher Cowdray, der Chef der Dorchester Collection, zu bedenken gegeben.

          Bürgermeisterin Bosse wird dennoch keine Veranstaltungen mehr im Beverly Hills Hotel besuchen. „Wir müssen auf die grausamen Gesetze und Strafen des Landes reagieren“, forderte die 52 Jahre alte Politikerin. Sie werde die Missbilligung der Stadt an das amerikanische Außenministerium weiterleiten und Washington auffordern, Brunei umzustimmen.

          Weitere Themen

          Panther schleicht auf Dächern umher Video-Seite öffnen

          Kurioser Raubtier-Ausflug : Panther schleicht auf Dächern umher

          In einer nordfranzösischen Kleinstadt ist ein Panther auf den Dächern der Stadt umhergeklettert, bis er mit einem Betäubungspfeil in einen Narkoseschlaf versetzt wurde. Woher die Raubkatze kam ist bis jetzt ungewiss.

          Topmeldungen

          Unsere Sprinter-Autorin: Maja Brankovic

          F.A.Z.-Sprinter : Großkampftag fürs Klima

          Arbeiten oder fürs Klima streiken? Heute wollen die Schüler, dass die Erwachsenen es ihnen gleich tun. In Berlin ringt die große Koalition weiter um ein klimapolitisches Reformpaket. Alles Wichtige im F.A.Z.-Sprinter.
          Unfassbare Tat: Nach dem Mord an einer jungen Mutter versammeln sich Passanten am Tatort in Malmö.

          Kriminalität in Schweden : Im Griff der Banden

          In Schweden findet die Regierung keine Mittel gegen die steigende Kriminalität. In den vergangenen Wochen haben mehrere brutale Morde das Land erschüttert. Selbst der König äußert sich besorgt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.