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Betreuungsangebot : Männer stundenweise abzugeben

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Was Männer wollen - finden sie im „Männergarten” Bild: AP

Der Hamburger „Männergarten“ will neue Harmonie in Beziehungen bringen, die samstags in die Shopping-Falle laufen. Während Sie einkaufen geht, kann Er dort stundenweise handwerken, lesen oder an der Theke klönen.

          Die Idee kennen die meisten als bällegefülltes Kinderparadies großer Kaufhäuser, wo die lieben Kleinen ein paar Stunden bespaßt werden, während die Eltern aufatmend einkaufen können. Sie funktioniert auch bei den Großen, um dem Shopping-Stress am Wochenende zu entgehen, beweist der „Männergarten“ in Hamburg. Dort können Frauen samstags ihre untauglichen Einkaufsbegleiter vorübergehend im Männerparadies abgeben - und nach fast vollbrachter Shopping-Arbeit wieder abholen. So bleibt er gut gelaunt in greifbarer Nähe, wenn er letztlich mitverantworten soll, die Endauswahl von fünf Paar wundervollen Schuhen auf die vier richtigen zu reduzieren.

          Für zehn Euro Eintritt bekommen die Herren ein Namensschildchen und einen Abholschein - damit sie nicht der falschen Dame ausgehändigt werden. Inklusive ist auch die fachkundige Betreuung durch die „Männergärtnerinnen“ Jenny und Bianca, die die Männer außerdem mit einer Mahlzeit und zwei Bier versorgen.

          Was Männer wollen..

          Die Idee für den Männergarten hatte die Architektin Ute Bartos-Omelan, nachdem es mehrfach Streit mit ihrem Mann um die samstägliche Shopping-Tour gegeben hatte. „Ich habe wirklich Probleme, länger als fünf Minuten in einem Schuhgeschäft zu stehen“, rechtfertigt sich Ehemann Uwe. Der Geschäftsführer der Nox-Bar in der Hamburger Innenstadt griff die brachliegende Idee auf und setzte sein Betreuungswerk an Seinesgleichen in die Tat um.

          Das ist noch besser als damals mit der Laubsäge!

          Er richtete einen abgetrennten Bereich mit allem ein, was seiner Ansicht nach das Männerherz begehrt: Skatkarten, Strickzeug und verschiedene Spiele und ein ferngesteuertes Modellauto. Comics, Zeitung und Zeitschriften, darunter Blätter, die sowieso nur der guten Artikel wegen angesehen werden.

          ..wissen sie selbst am besten

          Ein gutes Dutzend Männer wird schon jeden Samstag vorbeigebracht, und die Betreuten fühlen sich sichtlich wohl. Ein Lehrer aus Bayern, der nicht zur vereinbarten Zeit von seiner Frau abgeholt wurde, nahm es locker: „Das ist auf jeden Fall besser, als im Schuhladen rumzusitzen“, sagt er und liest weiter im „Erbschaftssteuerberater“. Nebenan rücken einige Männer die Stühle, um eine Runde Skat zu spielen. Auch der vordere Teil der Bar ist gut besucht - von Frauen. Die kommen zum Kaffetrinken in die Bar - und um sich amüsiert umzusehen.

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