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Sexueller Missbrauch : Betreuer von Pfadfindern vor Gericht

Bild: dpa

Seit Montag muss sich ein ehemaliger Pfadfinderbetreuer wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Landgericht Freiburg verantworten. Der Angeklagte steht jedoch nicht zum ersten Mal vor Gericht.

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          Vor dem Landgericht Freiburg hat am Montag ein Strafprozess gegen einen 42 Jahre alten Mann begonnen, der als Leiter einer evangelischen Pfadfindergruppe zwischen 2010 und 2018 mindestens 330 sexuelle Übergriffe an vier Jungen verübt haben soll. Der Prozess wird aus Gründen des Opferschutzes größtenteils nicht öffentlich verhandelt. Zwei Jungen lernte der Mann laut Anklage in der Pfadfindergruppe Lazarus von Schwendi im südbadischen Staufen kennen, zu zwei weiteren Opfern bekam er in einer Theatergruppe sowie auf einem Campingplatz Kontakt.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Nikola Novak, die auf Missbrauchsfälle spezialisierte Freiburger Staatsanwältin, schilderte am Montag, wie der Angeklagte zu seinen späteren Opfern eine enge Beziehung aufgebaut hatte, um ihr Vertrauen zu gewinnen und sie dann sexuell zu missbrauchen. Seit Februar 2019 befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft. Der Fall konnte nur strafrechtlich verfolgt und aufgedeckt werden, weil einer der Jungen seine Eltern zehn Jahre nach dem mutmaßlichen Missbrauchsvorfall dazu brachte, den Mann anzuzeigen. Der gelernte Krankenpfleger hatte sich 2004 schon einmal wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten müssen. Zunächst hatte ihn das Amtsgericht Staufen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, der Angeklagte ging in Berufung und das Landgericht Freiburg hob das Urteil auf.

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