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Berlinale : Bloß nicht hyperventilieren

  • -Aktualisiert am

Diane Kruger im Blitzlichtgewitter der Fotografen Bild: dpa

In Berlin erscheinen im Februar wieder viele Promis. Man behandelt sie sorgsam, übertreibt aber nicht. Wo sich die Stars angekündigt haben, und warum nicht hyperventiliert wird.

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          Einladen würde Klaus Peter Kofler die Prominenten niemals. „Dann kommen sie garantiert nicht.“ Die Agenten von Angelina Jolie sind schließlich auf ihn zugekommen und nicht er auf sie. Zwei Mal waren sie in seinem Restaurant, dem „Prêt à Diner“, einmal zu zweit, einmal zu viert. Sie schauten sich alles an, den Parkplatz, den Hinterausgang. Der Hof ist absperrbar - wunderbar. „Das Bedürfnis nach Sicherheit ist sehr groß“, sagt Kofler. Ob Angelina Jolie und Brad Pitt aber tatsächlich bei ihm essen, das weiß er nicht. Prominente bleiben gern unberechenbar. Zumindest sind sie in der Stadt, wegen der Berlinale.

          In diesem Jahr liegen die Termine etwas ungünstig: Die Oscar-Verleihung ist vorgezogen und findet schon in zwei Wochen statt. Trotzdem kommen auch dieses Mal wieder viele Stars nach Berlin. Meryl Streep wird erwartet, Jake Gyllenhaal ist schon da, Diane Kruger auch.

          Jake Gyllenhaal wurde 2011 mit einem Golden Globe ausgezeichnet - gibt es 2012 einen Bären für „Leb wohl, meine Königin“?
          Jake Gyllenhaal wurde 2011 mit einem Golden Globe ausgezeichnet - gibt es 2012 einen Bären für „Leb wohl, meine Königin“? : Bild: dpa

          Sie kommen nicht nur, weil die Berlinale eines der größten Filmfestivals ist. Sie kommen auch wegen Berlin. „Der weltweite Coolnessfaktor dieser Stadt ist nicht zu bezahlen“, sagt Klaus Peter Kofler. Das Wichtigste aber: Berlin hyperventiliert nicht, weil Hollywood-Stars für ein paar Tage in der Stadt schlafen, shoppen, sich frisieren lassen oder eben essen.

          Klaus Peter Kofler glaubt, dass sein Restaurant deshalb so interessant für die Prominenten ist, weil er es nicht für sie gemacht hat. Bei ihm gibt es Menüs von Sterneköchen, bezahlbar auch für Normalverdiener. Er will den Luxus demokratisieren. Deshalb gibt er sein Restaurant nicht exklusiv für Promi-Partys her. Brad Pitt und Angelina Jolie dürfen gern kommen, deswegen aber wirft er die anderen Gäste nicht raus. In Berlin, sagt Kofler, müsse sowieso niemand erzogen werden. Man will cool sein in dieser Stadt. Und Prominente in Restaurants zu fotografieren wäre ziemlich uncool. Das mache keiner, sagt Kofler. Er würde es auch nicht zulassen.

          Der rote Teppich vor der Eröffnungsgala der Berlinale
          Der rote Teppich vor der Eröffnungsgala der Berlinale : Bild: AFP

          Dezent will er mit den Prominenten umgehen. Extrawürste aber bekommen sie trotzdem. Madonna war schon einmal in seinem Londoner Restaurant. Ihre Mitarbeiter riefen ein paar Stunden vorher an und schickte eine Zutatenliste. Die Anweisung: kein Salz bitte, kein Mehl und keine Butter. Die Madonna-Entourage sollte 20 Leute umfassen, 40 Personen erschienen dann.

          Wenn die Stars aber einmal da sind, dann sei es in der Regel entspannt. „Die wirklich Prominenten haben keine Profilneurose“, sagt Klaus Peter Kofler. Giulia Siegel ist keine wirklich Prominente. Sie war auch mal Koflers Gast. Wiederkommen durfte sie nicht. Giulia Siegel schnauzte angeblich den Kellner an und rauchte im Lokal, obwohl das nicht erlaubt war. So ein Verhalten, sagt Kofler, kenne er von den richtigen Stars nicht.

          „Die deutschen B- und C-Promis sind die schlimmsten“

          Die deutschen B- und C-Promis seien tatsächlich die schlimmsten, sagt Josef Voelk. Er leitet gemeinsam mit Emmanuel de Bayser den Luxusladen „The Corner“ am Berliner Gendarmenmarkt. Während der Berlinale ist hier doppelt so viel los wie sonst. Tom Cruise gehörte schon zu Voelks Kunden, Ashton Kutcher, Hugh Jackman, Catherine Deneuve. Am Donnerstagmorgen war die Schauspielerin Diane Kruger da, um Kleider für ein Fotoshooting auszuwählen. „Niemand fragt, ob wir das Geschäft sperren könnten, während sie da sind“, sagt Voelk. Auch die Promis wollten eben einfach in Ruhe shoppen. Und wer dabei nicht gesehen werden möchte, lässt sich die Kleider ins Hotel liefern.

          „Die größten Stars sind die unkompliziertesten“, sagt Voelk. Und damit meint er auch: Die kleineren Stars sind die anstrengendsten. Sie haben Sonderwünsche, sie sehen nicht ein, dass sie die Kleider wirklich kaufen müssen, anstatt sie nur zu leihen. Stil, das sei eben auch eine Sache des Kopfes, der Geisteshaltung, der Disziplin. Iris Berben, meint Josef Voelk, hat Stil. Auch sie geht bei ihm einkaufen. Auch sie ist in diesen Tagen häufig in der Öffentlichkeit zu sehen: am Mittwochabend bei der Party des neuen Magazins „Interview“, am Donnerstagabend bei der Eröffnungsfeier der Berlinale, Donnerstagnacht im Borchardt.

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