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Gericht muss entscheiden : Mutter will Aufnahme von Tochter in Knabenchor erzwingen

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Männerdomäne Knabenchor? Der Leipziger Thomanerchor singt bei einem Auftritt. Bild: Picture-Alliance

Heute befassen Richter sich mit dem Berliner Knabenchor: Muss er auch Mädchen aufnehmen? Eine Mutter wehrt sich dagegen, dass ihre Tochter abgelehnt wurde. Der Grund sei gar nicht das Geschlecht gewesen, so der Chor.

          Hat ein Mädchen einen Anspruch darauf, in einem Knabenchor mitzusingen? Darüber verhandelt an diesem Freitag ab 10 Uhr das Berliner Verwaltungsgericht. Geklagt hat die Mutter einer Neunjährigen. Sie hatte einen Platz für ihre Tochter in dem ausschließlich von Jungen besetzten Staats- und Domchor beansprucht.

          Der Chor hatte eine Aufnahme abgelehnt. Die Entscheidung sei nicht in erster Linie auf das Geschlecht zurückzuführen – dem Kind fehlten die Grundlagen für die Gesangsausbildung. Das Kind wäre aufgenommen worden, wenn seine Stimme dem Klangbild eines Knabenchores entsprochen hätte, hatte das Verwaltungsgericht mitgeteilt.

          Aus Sicht der Kläger verletzt der Chor mit der Ablehnung den Anspruch auf gleiche Teilhabe an staatlichen Leistungen. Die Zugangsbeschränkung auf Jungen diskriminiere das Mädchen unzulässig. Die Neunjährige hatte zuvor im Kinderchor der Komischen Oper Berlin und in der Domsingschule in Frankfurt am Main gesungen.

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