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Bergung eines Militärflugzeugwracks : Sturzkampfbomber vor Rügen

  • -Aktualisiert am

Mit dem ohrenbetäubenden Geheul der „Jericho-Trompeten“: Die deutschen Sturzkampfbomber wurden im Zweiten Weltkrieg zum Symbol des Blitzkriegs Bild: dapd

Die Bundeswehr will das Wrack einer „Junkers JU 87“ bergen, um es auf dem Museumsflugplatz Gatow auszustellen. Erst einmal muss aber geprüft werden, wie es um die Sicherheit des Wracks bestellt ist.

          Das ohrenbetäubende Geheul der „Jericho-Trompeten“ ist glücklicherweise lange verstummt. Im Zweiten Weltkrieg kündigten die deutschen Sturzkampfbomber („Stuka“) mit den so genannten Sirenen ihre todbringende Fracht an. Sie waren an vielen Fronten im Einsatz und wurden zum Symbol des Blitzkrieges. Viele Modelle der „Junkers JU 87“ gibt es heute nicht mehr. „Vielleicht eine Handvoll“, schätzt der Sprecher des Militärhistorischen Museums in Dresden, Hauptmann Sebastian Bangert. Sie wurden abgeschossen, sind verschollen, oder die Alliierten haben sie nach Kriegsende zerlegt.

          Vor Rügen aber liegt immer noch ein Exemplar auf Grund. Doch nicht mehr lange. Die Bundeswehr beginnt an diesem Dienstag damit, das seit fast 70 Jahren unter Wasser modernde Wrack zu bergen. Sie will das Flugzeug nach der Restaurierung auf dem Berliner Museumsflugplatz Gatow ausstellen. Für die Armee ist dieser Fund kein gewöhnlicher. Denn „bisher fehlt uns dieses Modell in der Ausstellung“, sagt Bangert. Neben einer „Messerschmidt Me 163“ werde es zudem das zweite deutsche Originalflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg sein. Erste Sondierungen hätten ergeben, dass sein Zustand verhältnismäßig gut sei.

          Der Denkmalschutz ist nicht zuständig

          Sollte sich diese Prognose bestätigen, werde man das Wrack womöglich als Ganzes bergen können. Andernfalls müssten Flügel und Rumpf des Flugzeugs separat über Wasser gehoben werden. Das wird wohl am Wochenende geschehen. Davor müssen die Taucher des Gebirgspionierbataillons 8 aus Ingolstadt das Wrack freilegen und untersuchen. In der ersten Phase, sagt Bangert, gehe es darum, zu prüfen, wie es um die Sicherheit des Wracks bestellt sei. Schließlich könne sich noch Munition an Bord befinden.

          Etwa 50 Soldaten hat die Bundeswehr vor die Ostseeinsel geschickt. An der Aktion vor Sassnitz sind neben den Tauchern der Marine-Seeschlepper „Spiekeroog“, der gleichsam als Operationsplattform dient, und Unterstützungskräfte aus Storkow beteiligt. Hinzu kommen die Restauratoren und Fachleute des Militärhistorischen Museums.

          Der Denkmalschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern hingegen ist für die Operation nicht zuständig. Dies ist stets nur bei ungeklärten Eigentumsverhältnissen der Fall. Zu den Kosten der Bergung und Restaurierung hat das Museum bislang keine Angaben gemacht. Auch die historischen Hintergründe liegen noch im Dunklen. „Wir wissen noch nicht einmal, ob das Flugzeug abgeschossen oder abgestürzt ist“, so Museumssprecher Sebastian Bangert. Nach Angaben der Marine werden die Bergungsarbeiten etwa zehn Tage dauern.

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