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Bergsteiger vermisst : Triumph und Entsetzen am Broad Peak

  • -Aktualisiert am

Noch am Berg: Maciej Berbeka Bild: AFP

Bergsteigern aus Polen ist die Wintererstbesteigung des 8051 Meter hohen Broad Peak in Pakistan gelungen. Zwei Männer der Gruppe werden seitdem jedoch vermisst.

          Bergsteigern aus Polen ist am Dienstag die Wintererstbesteigung des 8051 Meter hohen Broad Peak in Pakistan gelungen. Zwischen 17 und 18 Uhr erreichten Maciej Berbeka, Adam Bielicki, Tomasz Kowalski und Artur Malek bei guter Sicht und Temperaturen um minus 30 Grad den Gipfel des Karakorum-Riesen. Die Polen sind damit ihrem Ruf als erfolgreichste Nation bei Wintererstbesteigungen an Achttausendern abermals gerecht geworden. Neun Wintererstbesteigungen von Achttausendern sind ihnen schon gelungen. Unter den 14 Achttausendern sind nur noch der K2 (8611 Meter) und der Nanga Parbat (8125 Meter) im Winter unbestiegen.

          Doch wie schmal bei solchen Unternehmungen der Grat zwischen Glück und Unglück, zwischen realistischer Einschätzung der eigenen Kräfte und Selbstüberschätzung ist, zeigt diese Expedition in erschreckender Weise. Während nämlich der 29 Jahre alte Bielicki, der im vergangenen Winter den Gasherbrum I (8068 Meter) als erster im Winter bestieg, und der 33 Jahre alte Malek mittlerweile bei guter Gesundheit und ohne Erfrierungen in das Basislager zurückgekehrt sind, fehlt von Berbeka, 57, und Kowalski, 27, jede Spur. Das sagte Artur Hajzer, der Leiter des polnischen Expeditions-Programms, dieser Zeitung.

          Berbeka und Kowalski brauchten beim Abstieg vom Gipfel für eine Passage, die normalerweise in einer Stunde gut zu meistern ist, mehr als sieben Stunden. Ohne Zelt biwakierten sie in der Todeszone. Bei seinem letzten Funkkontakt in das Basislager am Mittwoch gegen 6.30 Uhr Ortszeit berichtete Tomasz Kowalski, ihm falle das Atmen schwer, er fühle sich erschöpft, und er erzählte, dass er Berbeka sehen könne, der vor ihm absteige.

          Bei Tagesanbruch konnte Expeditionsleiter Krzysztof Wielicki, der selbst Evererst (8848 Meter), Lhotse (8516 Meter) und Kangchendzönga (8586 Meter) erstbestiegen hat, vom Broad-Peak-Basislager aus den Lichtschein einer Stirnlampe am 7900 Meter hohen Pass zwischen Mittel- und Hauptgipfel erkennen. Doch ein einheimischer Hochträger, der am Mittwoch bis 7700 Meter Höhe aufgestiegen war und von dort die weitere Route gut einsehen konnte, fand keine Hinweise auf Berbeka und Kowalski. Sie gelten seither als vermisst. Ihre Überlebenschancen schwinden von Stunde zu Stunde.

          Der Broad Peak scheint für Berbeka zum Schicksalsberg zu werden. Vor 25 Jahren war er im Winter schon einmal an dem Karkaorum-Riesen. Damals erreichte er den Vorgipfel (8028 Meter). Bis 2011 war das der Winterhöhenrekord im Karakorum. In diesem Winter schien es kurz so, als würde die Expedition scheitern. In 7820 Metern Höhe hatte eine mächtige Gletscherspalte den Bergsteigern bei ihrem ersten Gipfelversuch Mitte Februar den Weg versperrt.

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