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Belgien : EU verstärkt Maßnahmen gegen Geflügelpest

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Die EU-Kommission hat die Maßnahmen gegen die Geflügelpest in Belgien verstärkt. Dazu gehören ein Exportverbot von Bruteiern, lebendem Geflügel, Kadavern und Mist auch nach Drittstaaten.

          Die EU-Kommission hat die Maßnahmen gegen die Geflügelpest in Belgien verstärkt. Wie die Behörde am Dienstag in Brüssel mitteilte, gelten alle bisher von der belgischen Regierung erlassenen Verbote nun auch auf EU-Ebene. Dazu gehören ein Exportverbot von Bruteiern, lebendem Geflügel, Kadavern und Mist auch nach Drittstaaten. Die Anweisungen gelten zunächst bis zum kommenden Freitag.

          Trotz des ersten Todesfalles durch Geflügelpest-Viren in den Niederlanden sehen die Behörden in der Tierseuche aber keine Gefahr für die Bevölkerung. Ein 57-jähriger Tierarzt war am Gründonnerstag an einer Lungenentzündung gestorben, die von Aviären Influenzaviren ausgelöst worden war. Das Gesundheitsministerium in Den Haag sprach am Dienstag von einem „Einzelfall“. „Die Schwere des Falles überrascht, ähnliche Fälle waren aber zu erwarten“, kommentierte der Epidemiologe Uwe Truyen von der Universität Leipzig.

          Keine Gefahr für den Menschen

          Die Gefahr einer Epidemie unter Menschen bestehe nicht, betonte Truyens Kollege Prof. Andreas Hensel. Ein infizierter Mensch könne die Viren nicht auf andere Menschen übertragen. Es könnten sich jedoch weitere Menschen bei den Vögeln anstecken. Bisher sind bei rund 80 Niederländern Infektionen mit dem Virus festgestellt worden. Menschen erkranken allerdings nach Aussage des Den Haager Gesundheitsministeriums in der Regel nur leicht. Folgen könnten beispielsweise eine leichte Bindehautentzündung oder auch eine leichte Grippe sein.

          Unklar sei, wie das Geflügelpestvirus bei dem Tierarzt die tödlich verlaufene Lungenentzündung auslösen konnte. Der 57-Jährige war zwei Tage nach dem Besuch eines verseuchten Hofes ins Krankenhaus gekommen, wo er am Donnerstag starb. Er hatte keine Anti- Virusmedikamente eingenommen. Nach den am Samstag verschärften Regeln muss in den Niederlanden jeder, der mit verseuchtem Geflügel in Kontakt kommt, solche Mittel vorbeugend schlucken.

          Geschwächtes Immunsystem könnte zum Tod des Tierarztes geführt haben

          In den Lungen des Tierarztes wurde das Geflügelpest-Virus gefunden. Nach ersten Untersuchungsergebnissen des Rotterdamer Virologen Ab Osterhaus handele es sich dabei nicht um eine Mutation, hieß es am Dienstag. Bisher gebe es keine Anzeichen, dass sich der Erreger der Aviären Influenza mit einem menschlichen Grippevirus vermischt habe. Der Leipziger Epidemiologe Truyen vermutete, dass der Tiermediziner gleichzeitig mit weiteren Viren infiziert gewesen sein könnte, zum Beispiel mit einem Herpes-Virus. Dadurch könne sein Immunsystem geschwächt gewesen sein.

          Die Geflügelpest war in der vergangenen Woche aus den Niederlanden in die belgische Provinz Limburg eingeschleppt worden. In der Gegend um die Stadt Kinrooi sollen bis Mittwoch zur Vorsicht etwa 330.000 Tiere notgeschlachtet werden. Die Behörde für Lebensmittelsicherheit hatte erst am vergangenen Freitag den ersten Fall in Belgien offiziell bestätigt. Betroffen war ein Hof in der Gemeinde Meeuwen-Gruitrode, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Aachen. Der Schaden für die belgische Branche wird bereits auf zehn Millionen Euro beziffert.

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