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Bayern und Schleswig-Holstein : Feuerwehren nach Starkregen im Einsatz

  • Aktualisiert am

Feuerwehr im Einsatz (Archivbild) Bild: dpa

In Bayern und Schleswig-Holstein sind infolge heftiger Regenfälle Keller vollgelaufen. Sturmartige Böen wurzelten mancherorts Bäume aus. Für die kommenden Tage ist aber mit Entspannung zu rechnen.

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          Heftige Gewitter mit Starkregen haben am frühen Montagabend in Südbayern abermals für Überschwemmungen gesorgt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums in Kempten musste die Feuerwehr im Raum Sonthofen und Burgberg (beides Landkreis Oberallgäu) ausrücken, um Keller auszupumpen.

          Auch aus dem südlichen Oberbayern wurden einzelne Überschwemmungen und Feuerwehreinsätze gemeldet, wie das Polizeipräsidium Rosenheim berichtete. Die Unwetterfront zog nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in nördlicher Richtung über ganz Schwaben in Richtung Oberbayern und Franken. Der Umfang der Überflutungen war zunächst noch nicht absehbar.

          Bereits am Wochenende hatten starke Unwetter vor allem in Oberbayern gewütet – in Eglfing im Landkreis Weilheim-Schongau kam dadurch nach Angaben der Polizei vom Montag sogar ein Mensch ums Leben. Der 57-jährige Jäger saß am Sonntagnachmittag in einem Waldstück auf einem Hochsitz, als dieser nach bisherigen Erkenntnissen von einer Windböe umgerissen wurde. Obwohl Ersthelfer und der Rettungsdienst den Verunglückten umgehend versorgten, erlag dieser noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

          In der Nähe von Rosenheim hatte laut Polizei eine Mure eine Straße mit Schlamm verschüttet. Bäume waren umgestürzt und Straßen und Keller geflutet worden. In den Landkreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen gab es insgesamt über 100 unwetterbedingte Einsätze, wie die Feuerwehr mitteilte. Zwei Menschen wurden den Angaben zufolge leicht verletzt, als ein Baum auf ihr Auto fiel.

          Auch im Norden Deutschlands gab es Zwischenfälle. Einzelne Starkregenfälle zogen am Montag über Schleswig-Holstein. In Travemünde rückte die Feuerwehr zu mehreren Einsätzen aus. Anders als am Sonntag wurden bis zum Nachmittag aber keine größeren Schäden gemeldet. Für die kommenden Tage gab der DWD weitgehend Entwarnung: Es soll etwas abkühlen, Sonnenschein und Regenschauer wechseln sich ab.

          Am Montagnachmittag entlud sich ein heftiger Gewitterregen über Travemünde. Nach Angaben der Feuerwehr mussten 44 Keller leer gepumpt werden. Mehrere Straßen standen unter Wasser, weil die Siele die Wassermassen nicht schnell genug ableiten konnten.

          Am späten Sonntagnachmittag hatte es vor allem im Kreis Segeberg ordentlich gekracht und geschüttet. 150 Mal musste die Feuerwehr ausrücken, wie der Kreisfeuerwehrverband am Montag mitteilte.

          Besonders betroffen war Kaltenkirchen. Dort gab es 80 Einsätze, wie die zuständige Regionalleitstelle mitteilte. „Gegen 17.30 Uhr ging es los und dann wirklich im Minutentakt“, sagte ein Sprecher der Leitstelle. Hauptsächlich seien Keller oder Garagen voll gelaufen oder Straßen überspült worden. Verletzte gab es laut Polizei und Rettungsleitstelle nicht. Betroffen waren auch zwei Pflegeeinrichtungen, eine Schule und eine Sporthalle. Eine Straße wurde unterspült und beschädigt.

          In Struvenhütten habe es einen Wassereinbruch in einem größeren Gebäude gegeben, dort rückte das Technische Hilfswerk (THW) mit einer Hochleistungspumpe an. In Oersdorf trat der Fluss Kattenbek über die Ufer, mehrere Grundstücke wurden überschwemmt. In Lentförden riss der Sturm in einer Straße acht große Eichen mit einem Stammdurchmesser von 150 Zentimetern um. Es dauerte Stunden, die Bäume wegzuräumen.

          Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Montag vor örtlich extremem Starkregen in Nord- und Nordostdeutschland gewarnt. Betroffen waren nach Angaben des Wetterdiensts Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, das nördliche Brandenburg sowie ein schmaler Streifen im nordöstlichen Niedersachsen.

          Parallel erwarteten die Meteorologen auch in Teilen Süddeutschlands schwere Gewitter mit Regenmengen bis zu 40 Liter pro Quadratmeter sowie Sturm und Hagel. Dies galt vor allem für das südliche Bayern und östliche Teile des benachbarten Bundeslandes Baden-Württemberg.

          Starkregen in Norddeutschland und Teilen Süddeutschlands

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