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Paris : Basilika von Saint-Denis bekommt nach 200 Jahren Turm zurück

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1890: Blick auf die Basilika Saint-Denis Bild: Picture-Alliance

Der Wiederherstellung des im 19. Jahrhundert abgebauten Nordturms der Basilika Saint-Denis steht nichts mehr im Weg. Die Gelder dafür sollten ursprünglich zur Restaurierung Notre-Dames dienen.

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          Die frühgotische Basilika von Saint-Denis bekommt einen neuen Turm. Nach jahrzehntelangen Diskussionen bewilligten die sieben Departements der Île-de-France am Vorabend von Heiligabend 20 Millionen Euro für die Wiederherstellung des im 19. Jahrhundert abgebauten Nordturms, wie französische Medien in dieser Woche berichteten.

          Es handelt sich demnach um Anfang 2019 beschlossene, aber umgewidmete Gelder zur Restaurierung der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Diese würden derzeit aufgrund der anschließenden Brandkatastrophe und der internationalen Spendenkampagnen für Notre-Dame nicht benötigt. So kommt nun Saint-Denis zum Zug. Die Verantwortlichen vor Ort wollen damit auch Touristen anziehen, das Image der verrufenen Pariser Vorstadt verbessern und die Stadtentwicklung fördern. Diskutiert wird der Wiederaufbau seit 1987.

          Die Basilika gehört zu den ersten Beispielen der französischen Gotik. Heute graue Vorstadt ist Saint-Denis auch ein Symbolort der frühen Pariser Stadtgeschichte, der mit Notre-Dame in seiner Bedeutung um die Entwicklung der französischen Kathedralgotik buhlt. Der ursprünglich höhere und spitzere linke Turm der Doppelfassade musste im 19. Jahrhundert nach Sturmschäden niedergelegt werden. Allerdings verhinderte Frankreichs damaliger Chef-Denkmalpfleger Eugene Viollet-le-Duc 1847 wegen kunsthistorischer Bedenken den geplanten Wiederaufbau durch seinen Rivalen.

          Um 250 erlitt der Legende nach der heilige Dionysius, der im Französischen den Namen Denis trägt und erster historisch erwähnter Bischof von Paris ist, während der Christenverfolgung unter Kaiser Decius auf dem Montmartre das Martyrium. Demnach nahm er sein abgeschlagenes Haupt, wusch es an einer Quelle und lief damit noch sechs Kilometer Richtung Norden. Wo er sich schließlich niederlegte, steht heute die Basilika Saint-Denis, Grablege der französischen Könige.

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