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Bangladesch : Fähre mit rund 800 Menschen gesunken

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Eine völlig überfüllte Fähre sank bei einer Nachtfahrt im Süden Bangladeschs. 650 Menschen sind vermutlich ertrunken. Der Monsun hat die Flüsse des Landes anschwellen lassen.

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          Im Süden Bangladeschs ist am Mittwoch eine völlig überfüllte Fähre mit rund 800 Menschen an Bord gekentert und gesunken. Mindestens 650 Passagiere sind vermutlich im Fluß Meghna ertrunken. Überlebende sprachen sogar von 1000 Paßagieren, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. „Das Schiff war so voll, daß man kaum stehen konnte“, sagte eine Frau, die sich retten konnte. Nur rund 150 Menschen konnten bei reißender Strömung und Dunkelheit ans Ufer schwimmen oder von Booten gerettet werden.

          Die dreistöckige „MV Nasrin-2“ befand sich auf dem Weg von der Hauptstadt Dhaka in den südlich gelegenen Bezirk Bhola. Sie sank am Dienstagabend in der Nähe der Stadt Chandpur, 65 Kilometer südlich von Dhaka, wie der Regierungsverwalter der Region, Manzoor-e-Elahi, erklärte. Nahe der Stelle waren bei einem Fährunglück im Mai vergangenen Jahres rund 380 Menschen gestorben.

          Nachtfahrverbot erst kürzlich aufgehoben

          Überlebende berichteten, die „MV Nasrin-2“ sei bei der Annäherung an das Fährterminal am Zusammenfluß von Padma, Meghna und Dakatia in Turbulenzen geraten. Viele Passagiere hätten zum Zeitpunkt des Untergangs geschlafen oder sich darauf vorbereitet, zu Bett zu gehen. Polizei und Anwohner suchten in Booten nach Überlebenden.

          Ein mit Kränen ausgestattetes Bergungsschiff erreichte die Unglücksstelle nach offiziellen Angaben am Mittwoch. Fähren in Bangladesch führen selten Passagierlisten. Daher dürfte die genaue Zahl der Opfer auch bei der jüngsten Tragödie im Dunkeln bleiben. Das staatliche Radio berichtete, die Rettungskräfte seien unmittelbar nach dem Unglück zur Stelle gewesen. Bergungsschiffe seien geschickt worden, um das Wrack zu heben.

          Monsun ließ Flüsse anschwellen

          Schwere Monsunregenfälle haben in Bangladesch zahlreiche Flüsse anschwellen lassen. Im April zogen die Behörden nach dem Protest der Schiffsbetreiber ein Verbot nächtlicher Fährfahrten wieder zurück, das nach einer Serie von Unfällen erlassen worden war. Die Betreiber sicherten im Gegenzug zu, Sicherheitsbestimmungen zu beachten und den Fährbetrieb bei schlechtem Wetter einzustellen. Seit 1977 sind in Bangladesch mehr als 3.000 Menschen bei gut 260 derartigen Unglücken ums Leben gekommen.

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