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Bahnverkehr beeinträchtigt : Heftige Unwetter in weiten Teilen Deutschlands

  • Aktualisiert am

Windhose über Helgoland Bild: dpa

Nach der Gluthitze am Wochenende sind Unwetter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen über weite Teile Deutschlands hinweggefegt. Der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen kam nahezu vollständig zum Erliegen.

          Eine Frau wurde in Niedersachsen von umherfliegenden Ästen erschlagen. Allein auf der Hochseeinsel Helgoland wurden elf Menschen auf einem Zeltplatz zum Teil schwer verletzt. Die Gewitter bringen nur eine kurze Abkühlung. Schon am Mittwoch steigen die Temperaturen wieder über 30 Grad.

          In Nordrhein-Westfalen wurden Böen mit einer Orkanstärke von über 110 Stundenkilometern und Windstärke 12 gemessen. Die Unwetter verlagerten sich später in Richtung Norden. Auch in Teilen Thüringens, Nordbayerns und dem Schwarzwald kam es örtlich zu schweren Gewittern und orkanartigen Böen (Zur aktuellen Wetterlage siehe FAZ.NET-Service: Unwetterwarnungen).

          Im Nordhorn wurde nach Polizeiangaben eine 47-jährige Frau von den abgerissenen Ästen eines Baumes erschlagen. Der Baum kippte auf das Dach eines Hauses, unter dem die Frau Schutz vor dem Unwetter gesucht hatte. Das Unwetter verwüstete auch den Tierpark in Nordhorn. Zahlreiche Bäume stürzten um, Gehege wurden beschädigt, wie der Zoo berichtete. Wegen Aufräumarbeiten bleibt der Tierpark in den kommenden Tagen geschlossen.

          Schäden in unbekannter Höhe: eine Autobahnabfahrt bei Düsseldorf

          Allein in den Kreisen Emsland und Grafschaft Bentheim gingen ab Mittag in der Rettungsleitstelle 500 Notrufe wegen Sturmschäden ein. Zahlreiche Passanten wurden von umherfliegenden Gegenständen oder Ästen getroffen. Unwetterschäden gab es auch im Landkreis Oldenburg. Dort musste die Bahnstrecke von Oldenburg nach Osnabrück wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden.

          Elf Verletze nach Sturm auf Helgoland

          In Nordrhein-Westfalen kam der Bahnverkehr fast vollständig zum Erliegen. Schwerpunkte der Unwetter seien Aachen, Köln, Düsseldorf, Duisburg und Essen gewesen, sagte ein Bahnsprecher dem DAPD. Da es sich dabei um die Hauptachsen in Nordrhein-Westfalen handele, müsse im ganzen Land im Fern- und Nahverkehr sowie bei der S-Bahn mit Verspätungen oder Ausfällen gerechnet werden.

          Vermutlich durch eine Orkanböe stürzte im nordrhein-westfälischen Herne die Mauer eines Rohbaus ein und begrub einen Bauarbeiter unter sich. Der 45-Jährigen musste mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden.

          In Oberhausen musste die Polizei wegen des Sturms nach eigenen Angaben über 100-mal ausrücken. So wurde eine Frau von einer Eisenstange getroffen und verletzt. Zudem kam es durch umgestürzte Gerüste und Bäume zu einigen Unfällen im Straßenverkehr.

          Wegen eines heftigen Sturms auf der Insel Düne vor Helgoland wurden am Nachmittag elf Menschen verletzt. Eine Windhose baute sich nach Polizeiangaben sehr schnell auf und zog quer über die Badeinsel. Dabei wurden fast alle Zelte auf dem Campingplatz zerstört.

          Während des Unwetters befanden sich rund 100 Personen auf dem Gelände. Die Verletzten erlitten meist Knochenbrüche. Sie wurden ins Krankenhaus auf Helgoland gebracht. Die übrigen Urlaubsgäste setzten nach Abklingen des Sturmes mit Booten auf die Hauptinsel über. Sie wurden vorübergehend in der Schule untergebracht. Zwei Verletzte wurden von dem Inselkrankenhaus mit dem Hubschrauber aufs Festland geflogen.

          Die Wetterkapriolen gehen in den kommenden Tagen weiter: Nach einer kurzen Verschnaufpause am Dienstag mit Temperaturen unter der 30-Grad-Marke, klettert bereits am Mittwoch das Thermometer im Süden auf Werte bis zu 36 Grad. Am kommenden Wochenende bleibt es hochsommerlich bei Temperaturen bis zu 32 Grad. Vor allem im Südosten muss dann mit teils heftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden.

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