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Leihmutter-Kind : Baby Gammy bekommt die australische Staatsbürgerschaft

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Eigentlich hatte Pattaramon Chanbua nicht vor, Gammy selbst aufzuziehen. Bild: AFP

Der Fall „Gammy“ sorgte international für Empörung: Ein australisches Paar ließ das Baby mit Down-Syndrom bei seiner thailändischen Leihmutter und nahm nur dessen Zwillingsschwester mit. Jetzt wurde Gammy die australische Staatsbürgerschaft verliehen.

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          Nach dem Skandal um das Leihmutter-Baby Gammy hat Australien dem Säugling die Staatsbürgerschaft verliehen. „Alle Kriterien für die Zuerkennung sind gegeben“, hieß es am Dienstag in einer kurzen Mitteilung der australischen Einwanderungsbehörde. Der Fall „Gammy“ hatte international für Empörung gesorgt, als im vergangenen August bekannt wurde, dass ein australisches Paar das Baby mit Down-Syndrom und einem Herzfehler bei seiner thailändischen Leihmutter gelassen und nur dessen Zwillingsschwester mitgenommen hatte.

          Der biologische Vater und seine Frau hatten später dementiert, Gammy für immer verlassen zu haben; sie gaben aber zu, nach ihrer Ausreise keinen Kontakt mehr gesucht zu haben, um herauszufinden, wie es ihm geht. Das Paar machte jedoch geltend, dass es auch den kleinen Jungen nach Australien holen wollte. Aus Angst, die Leihmutter könnte ihnen die Zwillingsschwester wegnehmen, seien sie aus Thailand zunächst nur mit dem Mädchen abgereist.

          Gammys Leihmutter bestätigte am Dienstag, dass ihr Sohn die australische Staatsbürgerschaft erhalten habe. „Er hat die Staatsbürgerschaft vor vier Tagen bekommen“, sagte Pattaramon Chanbua. Die australische Botschaft habe sie am Freitag gebeten, die Dokumente abzuholen. Eine Reise nach Australien sei jedoch zunächst nicht geplant. „Ich will ihn hier bei mir haben“, sagte die 21 Jahre alte Frau, die mit dem inzwischen einjährigen Kind in der Provinz Chonburi lebt.

          Das Schicksal des Säuglings hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Pattaramon hatte nach eigenen Angaben für umgerechnet rund 11.000 Euro die von Gammys Vater befruchtete Eizelle einer anderen Thailänderin ausgetragen, um Schulden zu begleichen und die Ausbildung ihrer beiden eigenen Kinder zu finanzieren. Nach dem Skandal gab es eine internationale Spendenwelle. Gegen den biologischen Vater von Gammy ermitteln die australischen Behörden wegen Missbrauchsvorwürfen. Nach australischen Medienberichten ist er wegen sexuellen Missbrauchs dreier Mädchen vorbestraft.

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