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Das neue Erzählen : B3 Biennale für das bewegte Bild in Frankfurt

Expanded Narration. Das neue Erzählen. 30. Oktober bis 3. November 2013 Bild: B3 Biennale

Professor Bernd Kracke, Präsident der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, ist der Kopf hinter dem neuen Bewegtbildfestival. Seit 2006 leitet er die renommierte Kunsthochschule. Sein Schwerpunkt ist das Feld der Elektronischen Medien und die Vernetzung von analogen und digitalen Technologien. Im Interview erklärt er, welche Ziele er mit der B3 Biennale verfolgt.

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          Herr Kracke, Sie planen gerade eine neue Bewegtbild-Biennale für Frankfurt und die Rhein-Main-Region. Was können wir von der B3 erwarten?
          BERND KRACKE: Mit der Biennale werden wir das bewegte Bild in all seinen Facetten darstellen. Dafür bringen wir außergewöhnliche und international tätige Künstler, Filmemacher, Games Designer, Kreative und Branchenvertreter zusammen und lassen sie über die Chancen und Möglichkeiten des Bewegtbilds diskutieren. Denn eins ist sicher: Das bewegte Bild ist eines der zentralen Elemente der Kultur unserer Zeit.

          Was ist der Unterschied zwischen einem klassischen Filmfestival und einer Bewegtbild-Biennale?
          KRACKE: Das bewegte Bild ist einfach überall. Seine Beschränkung auf Fernsehen und Kino hat es schon seit einiger Zeit hinter sich gelassen. Bewegte Bilder bestimmen heute ganz unterschiedliche Bereiche wie Bildende Kunst, Social Media oder auch die Werbung. Sie erobern aber auch den öffentlichen Raum, schaffen sogenannte „Narrative Spaces“. Was mich dabei interessiert: Wie lassen sich mit diesen Möglichkeiten neue Geschichten erzählen? Wie entstehen crossmediale oder transmediale Formate, die die Grenzen der Genres überwinden. Das Leitthema der ersten Biennale des bewegten Bildes lautet deshalb auch „Expanded Narration. Das neues Erzählen“. Dass wir mit diesem Motto einen Nerv getroffen haben, sehen wir an dem großen Zuspruch für unser Vorhaben – nicht nur in der Region, sondern zum Beispiel auch bei den Filmfestspielen in Cannes, wo wir unser Konzept internationalen Branchenvertretern vorgestellt haben.

          Sie kündigen eine große Allianz für das bewegte Bild an. Welche Partner konnten Sie dafür gewinnen?
          KRACKE: Wir arbeiten mit über 20 wichtigen Kulturinstitutionen aus der Region zusammen, etwa mit dem Filmmuseum, dem Museum für Kommunikation, dem Weltkulturmuseum, dem Portikus oder dem Museum Angewandte Kunst und der basis. Der Frankfurter Kunstverein wird zum Festivalzentrum der B3. Dazu kommen Kooperationen mit der hessischen Film- und Medienakademie, in der sich die 13 hessischen Hochschulen mit Lehrangeboten im Bereich Film und Medien zusammengeschlossen haben, und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Außerdem werden wir von vielen Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft unterstützt.

          Die B3 Biennale soll ein internationales Festival mit hochkarätigen Gästen werden. Können Sie schon ein paar Namen nennen?
          KRACKE: Mit der Britin Rhianna Pratchett haben wir einen Star der Games-Branche mit an Bord: Sie hat den hochgelobten Serien-Neustart von „Tomb Raider“ geschrieben. Die Drehbuchautorin und Filmproduzent Veena Sud kommt aus Los Angeles und wird ihre Fernsehserie „The Killing“ präsentieren. Der Multimedia-Produzent Michel Reilhac wird seine spektakuläre App „Cinemacity“ vorstellen. Die Multimediakünstlerin Laurie Anderson wird ein exklusives Konzert geben, die Theaterlegende Robert Wilson stellt sein spannendes Werk vor. Das sind aber nur fünf von über hundert spannenden Gästen, die nach Frankfurt kommen werden. Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Programm.

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