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Australien : Regen kann Buschbrände nicht vollständig stoppen

  • Aktualisiert am

Bedrohter Lebensraum: Nur wenige Koalas wurden bisher gerettet Bild: aptn

Der herbeigesehnte Regen kam unverhofft und sorgte für eine Entspannung. Entwarnung will die australische Feuerwehr aber noch nicht geben.

          Das Beten um Regen, das als letztes Mittel gegen die verheerenden Buschbrände rund um Sydney ausgerufen worden war, hat offenbar geholfen. Entgegen der Wettervorhersagen hat es in den Brandgebieten im Südosten des fünften Kontinents in der vergangenen Nacht ausgiebig geregnet. Dennoch will die Feuerwehr noch keine Entwarnung geben.

          Vor allem in den Touristenorten südlich von Sydney wüteten die Brände weiter, teilte Feuerwehrchef Phil Koperberg am Montag mit. Dort machten der Feuerwehr vor allem unterirdische Brände zu schaffen, die auch durch starken Regen nicht gelöscht seien. Diese Brandherde würden nun mit Infrarotsensoren aufgespürt. Mehr als 1.500 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Erneut behinderten starke Winde die Löscharbeiten vor allem an der Südküste des Bundesstaates New South Wales. Nichts Gutes verheißt auch weiterhin die Wettervorhersage. In den kommenden Tagen sollen erneut bis zu 37 Grad Hitze erreicht werden. Dies könne, so die Befürchtung, einige eingedämmte Brände erneut aufflammen lassen.

          "Ende noch nicht erreicht"

          Dennoch können die Brandbekämpfer nach rund zwei Wochen andauerndem Kampf gegen die Feuerwand erstmals ein wenig aufatmen. Die starken Regenfälle in der Nacht löschten mindestens zwei große Feuer in den Blue Mountains westlich von Sydney sowie mehrere Brandherde nördlich und südlich der größten australischen Stadt. Die große Erleichterung der Feuerwehrleute machte sich in spontanen Gesängen und Tänzen Luft. "Dieser Regen ist ein Geschenk Gottes", rief einer der Männer aus.

          Trotz Regen weiter Feuer nahe Sydney

          Die verheerenden Feuerwände haben allerdings noch zahlreiche Schwelbrände hinterlassen. Nach einer Inspektion der noch aktiven Brandherde vom Flugzeug aus ermahnte ein Sprecher der Feuerwehr im Bundesstaat New South Wales die Einsatzkräfte, weiterhin wachsam zu sein: „Das Ende ist noch nicht erreicht“. So regnete es nach Aussage des Regierungschefs von New South Wales, Bob Carr, nicht nur in den Blue Mountains, sondern auch in anderen von den Bränden betroffenen Gebieten, ohne dass die Feuer dadurch in nennenswertem Maße eingedämmt worden seien. Ein Großfeuer im Yengo Nationalpark sei weiterhin außer Kontrolle, betonte Carr.

          USA helfen mit Lösch-Helikoptern

          Zwei Spezialhubschrauber aus den USA, die am Montag per Frachtflugzeug in Sydney eintrafen, werden somit von Dienstag an bei den Löscharbeiten eingesetzt werden können. Damit wurde das Kontingent auf drei besonders leistungsfähige Hubschrauber mit einer Kapazität von jeweils 9.000 Liter Wasser aufgestockt. Die Löscheinsätze aus der Luft sind nicht ungefährlich. So stürzte nach Angaben der Polizei am Montag eines der eingesetzten Flugzeuge - vermutlich auf Grund der im Katastrophengebiet herrschenden starken Winde - beim Start ab. Der Pilot blieb unverletzt.

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