https://www.faz.net/-gum-6mgpe

Ausnahmezustand : Ostküste bereitet sich auf Hurrikan „Irene“ vor

  • Aktualisiert am

Vorsichtsmaßnahmen in North Carolina Bild: AFP

Mehrere Bundesstaaten haben Notstand ausgerufen, New York bereitet gar schon Evakuierungen vor: „Irene“ rast auf die amerikanische Ostküste zu. In der Karibik richtete der Hurrikan schwere Schäden an.

          2 Min.

          Aus Angst vor dem heraufziehenden Hurrikan „Irene“ haben sich an der amerikanischen Ostküste tausende Menschen in Sicherheit gebracht. Die Behörden von North Carolina bis New York erklärten am Donnerstag den Ausnahmezustand und forderten die Einwohner tiefer gelegener Regionen auf, sich in höher gelegene Gebiete zurückzuziehen. Auf seinem Weg durch die Karibik hatte Hurrikan „Irene“ auf mehreren Bahamas-Inseln schwere Schäden angerichtet.

          Der Gouverneur des Bundesstaates New York rief den Ausnahmezustand aus. Die Maßnahme diene der Vorbereitung „auf alle Situationen“, die der Wirbelsturm auslösen könne, sagte Andrew Cuomo. Der Ausnahmezustand ermöglicht eine vereinfachte Zusammenarbeit der Behörden und bundesstaatliche Hilfen.

          Unterdessen hat der Hurrikan sich auf seinem Weg von der Karibik zur Ostküste der USA leicht abgeschwächt. Das National Hurricane Center stufte „Irene“ am Freitag auf die Kategorie 2 herab. Allerdings liege „Irene“ am oberen Ende der Stufe 2 und könne bald wieder die Voraussetzungen für die Kategorie 3 erreichen. Nach Angaben des Hurrikanzentrums in Miami rast „Irene“ mit bis zu 20 Stundenkilometer und einer Windgeschwindigkeit bis zu 177 Stundenkilometern (110 Meilen) auf die schmale Inselkette Outer Banks (US-Bundesstaat North Carolina) zu. Touristen im beliebten Strandresort wurden in Sicherheit gebracht, die Behörden ordneten zudem die Evakuierung der vorgelagerten Urlaubsinseln Ocracoke und Hatteras an.

          Die Menschen verriegeln Türen und Fenster
          Die Menschen verriegeln Türen und Fenster : Bild: REUTERS

          Die nordöstliche Küste Amerikas hat bislang wenig Erfahrungen mit Hurrikanen; der bislang letzte Wirbelsturm, der in der Region New York wütete, war im Jahr 1985 „Gloria“.

          New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg rief die Einwohner dazu auf, Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. „Wenn Sie ein Auto haben und in einer tieferen Gegend leben, parken Sie es auf einem Hügel. Bringen Sie Ihre Sachen nach oben“, sagte Bloomberg. Der Bürgermeister wies Evakuierungen von Krankenhäusern und anderen leicht verwundbaren Einrichtungen an.

          Schwere Schäden in der Karibik

          Der Hurrikan erreichte unterdessen Windgeschwindigkeiten von 170 Stundenkilometern. Auf seinem Weg durch die Karibik hatte „Irene“ zuvor schwere Schäden angerichtet. Auf der entlegenen Insel Acklins wehte der Wirbelsturm der Kategorie drei ganze Häuser fort, wie der Katastrophenschutz der Bahamas mitteilte.

          Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Stundenkilometern war „Irene“ in der Nacht zum Donnerstag über die Bahamas hinweggefegt. In der Ortschaft Lovely Bay auf Acklins zerstörte der von heftigem Regen begleitete Sturm 90 Prozent der Häuser. Auch auf den Nachbarinseln riss er Dächer von den Häusern und knickte Stromleitungen um. Mehrere Straßen wurden überflutet.

          Am Sonntag werde „Irene“ am östlichen Ende von Long Island in New York erwartet, sagte der Leiter des Nationalen Hurrikan Zentrums in Miami, Bill Read. Auf dem Weg nach Long Island könnte er möglicherweise Windgeschwindigkeiten von bis zu 217 Kilometern erreichen und damit zum Sturm der zweithöchsten Kategorie vier hochgestuft werden.

          Die amerikanische Marine wies vorsorglich sämtliche Schiffe im Flottenstützpunkt Hampton Roads in Virginia an, den Hafen zu verlassen. Wie der Kommandeur der 2. Flotte, Vize-Admiral Daniel Holloway, erklärte, können die Schiffe einen solchen Sturm besser auf offener See überstehen. Auf „Irenes“ Weg könnte auch die Promi-Insel Martha's Vineyard vor der Küste von Massachusetts liegen, auf der Präsident Barack Obama und seine Familie derzeit ihren Urlaub verbringen.

          „Irene“, der erste schwere Sturm der Hurrikan-Saison im Atlantik, hatte sich am Samstag in der Karibik gebildet. Mindestens fünf Menschen wurden bislang getötet. In Puerto Rico wurden am Montag infolge von Sturmschäden rund 800.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.