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Auf der Roten Liste : Wien als Weltkulturerbe gefährdet

So sieht es nicht mehr lange aus: Weil die Stadt am Heumarkt ein Hochhaus bauen lässt, sieht die Unesco die historische Mitte Wiens als Weltkulturerbe in Gefahr. Bild: dpa

Die Unesco hat die historische Mitte Wiens auf die Rote Liste gesetzt. Schuld ist die Stadt selbst: Der Bau eines Hochhauses am Heumarkt schade dem Gesamteindruck, findet das Komitee.

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          Die historische Mitte von Wien, bekannt durch Stephansdom, Hofburg und viele Stadtpalais, steht seit Donnerstag auf der Roten Liste des gefährdeten Weltkulturerbes. Der Grund dafür sei der Bau eines Hochhauses in der Nähe des Stadtparks, das dem Gesamteindruck schade, teilte das Komitee der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) in Krakau mit. Man bedauere, dass das Bauvorhaben am Heumarkt den Auflagen der Unesco nicht entspreche, besonders was die Bauhöhe anbelange: „Dadurch wird der außergewöhnliche universelle Wert des Geländes beeinträchtigt.“

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Der geplante Wohnturm sollte ursprünglich 75 Meter hoch werden. Die später beschlossene Änderung auf 66 Meter reicht der Unesco nicht, sie verlangt eine weitere Verringerung auf die Höhe eines benachbarten Hotels von 43 Metern.
          Wiens stellvertretende Bürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) stellte in einer Stellungnahme klar, dass die Entscheidung aus Krakau nicht bedeute, der Stadt den Welterbe-Status abzuerkennen.

          Der Schritt sei gleichwohl bedauerlich und nicht nachvollziehbar, da es um ein Projekt an einem bestehenden Hochhaustandort mit noch höheren Gebäuden gehe, welche die Unesco nicht beanstandet habe. Wien und andere Städte auf der Roten Liste fragten sich, ob der veraltete, zu eng gefassten Weltkulturbegriff zum modernen „urbanen Kontext“ passe.

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