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Auch das noch! : Donezk will britisch werden

  • -Aktualisiert am

„God Save The Queen!“ - Donezk bald britisch? Bild: Screenshot FAZ.NET

Auf die Übernahme der Krim durch Russland reagieren politische Aktivisten aus dem ostukrainischen Donezk mit einer Kampagne im Netz: Sie setzen sich für den Anschluss ihrer Stadt an Großbritannien ein. Ganz ernst gemeint ist das aber nicht.

          Fällt der Osten der Ukraine nicht Russland, sondern dem britischen Commonwealth zu? Vielleicht: Eine Gruppe von Aktivisten in der Stadt Donezk setzt sich nach der Übernahme der Halbinsel Krim durch Russland dafür ein, dass ihre Heimat bald Königin Elisabeth untersteht. Wie die russische Nachrichtenseite rt.com berichtet, wenden sich die Aktivisten mit einer Online-Umfrage an die Netzöffentlichkeit in ihrer Heimat. „Donezk ist eine britische Stadt. Gott schütze die Königin!“, schrieben die Initiatoren der Bewegung in verschiedenen sozialen Netzwerken, um auf ihr Referendum aufmerksam zu machen. So ganz weit hergeholt ist das nicht einmal: Die Aktivisten nehmen Bezug auf den Waliser John Hughes, der im späten 19. Jahrhundert das eisenverarbeitende Gewerbe nach Donezk brachte. Die Stadt war nach seiner Gründung zunächst nach ihm benannt, erst Hughesovka, dann Yuzovka.

          Autonome Republik Donezk?

          Mit ihrer Aktion wollen die Donezker die Übernahme der Krim durch Russland kritisieren. Auch der russische Wladimir Putin hatte sich in einer Rede vor dem Kreml auf die gemeinsamen Wurzeln der Krim-Bewohner und der Bürger Russlands berufen. Die Aktivisten halten nichts von diesem Argument und gehen zum ironischen Gegenangriff über: Großbritannien solle den „entscheidenden Moment“ ergreifen und sich die ostukrainische Stadt Donezk mit ihren 950.000 Einwohnern einverleiben. 7000 Nutzer nahmen bis jetzt an der Online-Umfrage teil. Stolze 61 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die Stadt dem englischen Königreich beitreten soll, weiteren 16 Prozent wäre lieber, dass Donezk wie die Krim vor der Übernahme durch Russland zu einer „Autonomen Republik“ wird - mit Englisch als Amtssprache, versteht sich.

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