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Trump nach Blutbad : Täter erschoss sich selbst

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Nur fünf Wochen nach dem Massaker von Las Vegas erschießt ein junger Mann in Texas mindestens 26 Menschen in einer Kirche. Präsident Trump erkennt trotzdem keinen Zusammenhang mit dem amerikanischen Waffenrecht.

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          Ein junger Mann hat in einer Kirche im amerikanischen Bundesstaat Texas mindestens 26 Besucher eines Sonntagsgottesdienstes erschossen und 20 weitere verletzt. Der Angreifer starb nach Polizeiangaben kurz nach der Tat in seinem Auto. Über die Hintergründe der Tat und das Motiv des Schützen war zunächst nichts bekannt.

          Nach Behördenangaben wurde der Täter gegen 11.20 Uhr (Ortszeit) zunächst an einer Tankstelle der Ortschaft Sutherland Springs gesehen. Er ging dann über die Straße zu der Baptistenkirche und begann noch draußen, mit einem Gewehr zu schießen. Nach Behördenangaben starben dabei zwei Menschen, danach sei der Schütze in die Kirche gegangen und habe weiter gefeuert. Die Opfer sind den Angaben zufolge zwischen 5 und 72 Jahre alt. 23 Tote wurden in der Kirche gefunden, zwei davor. Ein weiteres Opfer starb Behördenangaben zufolge später im Krankenhaus.

          Als der Täter die Kirche verließ, wurde er den Angaben zufolge von einem Anwohner mit einem Gewehr bedroht. Der junge Mann ließ daraufhin seine Waffe fallen und flüchtete. Der Anwohner habe ihn aber verfolgt, sagte Martin. Polizisten fanden ihn später tot in seinem Wagen. Nachdem er auf der Flucht von dem bewaffneten Bürger angeschossen worden war, soll sich der Täter selbst erschossen haben. Das berichtete der Sender CNN und berief sich dabei auf den örtlichen Sheriff Joe Tackitt.

          Präsident Donald Trump hatte zuvor behauptet, dass der Täter „glücklicherweise“ von einem anderen Mann erschossen worden sei, sonst wäre es noch viel schlimmer gekommen.

          „Ich fühle mich taub, mein ganzer Körper ist taub“

          Die Behörden machten zunächst keine Angaben zur Identität des Angreifers. „Wir gehen davon aus, dass es sich um einen jungen weißen Mann handelt, vielleicht Anfang 20", sagte Martin. Der Angreifer habe schwarze Kleidung und eine kugelsichere Weste getragen. In seinem Auto fand die Polizei mehrere Waffen.

          Amerikanischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um den 26-jährigen Devin Patrick K. Der ehemalige Soldat der amerikanischen Luftwaffe wurde demnach im Jahr 2014 vor ein Kriegsgericht gestellt und unehrenhaft aus den Streitkräften entlassen. Er lebte demnach am Stadtrand von San Antonio. Sutherland Springs liegt 50 Kilometer südöstlich von San Antonio, die Gemeinde hat etwa 400 Einwohner.

          Schusswaffenmassaker Texas : Zahlreiche Tote und Verletzte nach Attentat in Kirche

          Ein Zeuge, der bei einer gegenüberliegenden Tankstelle arbeitet, berichtete im Fernsehsender CNN, die Schüsse seien in kurzer Folge abgefeuert worden. Andere Zeugen sagten, der Schütze scheine mehrfach nachgeladen zu haben. Unter den Toten ist auch die 14-jährige Tochter des Pastors. Das bestätigte Pfarrer Frank Pomeroy, der sich selbst nicht in der Kirche war, dem Sender ABC News. Sandy Ward sagte dem Sender MSNBC, dass vier ihrer Enkelkinder und ihre Schwiegertochter in der Kirche befunden hätten. Ihre siebenjährige Enkelin sei getötet worden, der jüngste Enkel (5) liege im Krankenhaus. „Ich fühle mich taub, mein ganzer Körper ist taub.“ Die Kirche wurde von der Polizei abgeriegelt. Einige Verletzte wurden in Hubschraubern abtransportiert.

          Donald Trump, der sich zu Beginn einer knapp zweiwöchigen Asienreise in Japan aufhielt, verurteilte das Attentat als entsetzliches Verbrechen und „Tat des Bösen“. Den texanischen Behörden sagte er die vollständige Unterstützung seiner Regierung zu.

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