https://www.faz.net/-gum-vc1r

Atomkraftwerk Krümmel : Brand hatte Auswirkungen auf Reaktorgebäude

  • Aktualisiert am

„Der defekte Trafo kann nicht mehr repariert werden und muss ersetzt werden”: AKW Krümmel Bild: dpa

Der Brand eines Trafos im schleswig-holsteinischen Atomkraftwerk Krümmel hatte mehr Störungen verursacht, als bisher verlautete. Eine Untersuchung des AKW durch Gutachter hat ergeben, dass auch das Reaktorgebäude betroffen war.

          1 Min.

          Der Brand im Atomkraftwerk Krümmel östlich von Hamburg hat mehr Störungen als bisher bekannt verursacht. Betroffen war nach einem Bericht des für die Reaktorsicherheit zuständigen Sozialministeriums in Kiel vom Dienstag auch das Reaktorgebäude. Demnach kam es durch „unplanmäßiges Öffnen von zwei Sicherheits- und Entlastungsventilen“ und durch den „unplanmäßigen Ausfall einer von mehreren Reaktorspeisewasserpumpen“ zu einem „schnellen Druck- und Füllstandsabfall im Reaktordruckbehälter“.

          Der Betreiber Vattenfall hatte bisher erklärt, der Atomreaktor selbst sei von dem Brand nicht betroffen gewesen. Das Ministerium stellte zugleich klar: „Trotz dieser Auffälligkeiten war die Sicherheit der Anlage gewährleistet.“

          Begehung des Brandortes

          Gutachter hätten bei einer Begehung des Brandortes schwere Brandschäden an dem betroffenen Transformator festgestellt, sagte Ministeriumssprecher Oliver Breuer. „Dem ersten Anschein nach kann der defekte Trafo nicht mehr repariert werden und muss ersetzt werden.“ Nach seinen Angaben untersuchten Fachleute inzwischen auch einen zweiten - vom Feuer nicht direkt betroffenen - Transformator auf dessen Zustand: „Es ist noch unklar, ob auch dieser Trafo möglicherweise beschädigt ist.“ Das Ministerium habe daraufhin gefordert, dass auch dieser zweite Trafo intensiv überprüft wird. „Alles wird durchgecheckt“, sagte der Ministeriumssprecher.

          Auch die Kabelverbindung zwischen dem Kraftwerk und dem Transformator werde auf Beschädigungen überprüft, sagte der Sprecher von Vattenfall Europe, Ivo Banek. Die Kabel seien verrußt. Es werde geprüft, ob eine Reinigung reiche oder ein Austausch erfolgen müsse. Vattenfall möchte das Kraftwerk mit dem zweiten Transformator wieder mit halber Leistung laufen lassen.

          Öl entzündet

          Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich am Donnerstag in einem Transformator des 1983 in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks das zur Kühlung genutzte Öl entzündet. Der 1400-Megawatt-Reaktor war daraufhin heruntergefahren worden. Die genaue Ursache für diese Panne steht noch nicht fest.

          Das ebenfalls am Donnerstag wegen einer Panne abgeschaltete Atomkraftwerk Brunsbüttel ist dagegen am Sonntag wieder in Betrieb genommen worden. Dort war der Reaktor nach einem Kurzschluss automatisch heruntergefahren worden. Anschließend löste tropfendes Öl einen kleinen Schwelbrand an einer Turbine aus, der schnell gelöscht.

          Weitere Themen

          Verfolgungsjagd in Bayern

          Nach 170 Kilometer gestellt : Verfolgungsjagd in Bayern

          Ein Mann ist auf der Flucht vor der Polizei erst nach 170 Kilometern gestellt worden. Mehrere Streifen und ein Polizeihubschrauber hatten es zunächst nicht geschafft, ihn zu stoppen.

          Topmeldungen

          Salvini am Samstag in Maranello, natürlich stilecht mit Ferrari-Mütze

          Matteo Salvini : Ein Mann, ein Prozess

          Vor der Regionalwahl in der Emilia-Romagna ruft Matteo Salvini dazu auf, ihm die Immunität zu nehmen. Der Chef der Lega-Partei will aus dem Ermittlungsverfahren gegen ihn politischen Nutzen ziehen.
          Der amerikanische Präsident Donald Trump spricht Mitte Januar bei einer Wahlkampfkundgebung im Bundesstaat Wisconsin.

          Wahlen in Amerika : Die Opposition muss draußen bleiben

          In der republikanischen Partei gibt es durchaus ein paar Trump-Gegner, sie haben aber meist keine gewählten Ämter. Eine neue Lobbygruppe ruft in ihrer Verzweiflung nun zur Wahl von Demokraten auf.
          Dubravko Mandic vergangenen Herbst in Leipzig

          Protest der AfD gegen SWR : Eine Grenze überschritten

          Nach dem „Oma-Video“ hat die AfD in Baden-Baden gegen die Öffentlich-Rechtlichen gehetzt, darunter der Politiker Dubravko Mandic. Der Auftritt könnte strafrechtliche Folgen haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.