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Atlantik-Überquerung : Erik Lindbergh auf den Spuren seines Großvaters

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Erik Lindbergh vor dem Abflug Bild: dpa

Sein Großvater war der erste, der den Atlantik allein und ohne Unterbrechung überflogen hat.

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          Gut 17 Stunden nach seinem Start in New York hat Erik Lindbergh seinen Flug über den Atlantik in paris beendet. Er flog auf den Spuren seines berühmten Großvaters Charles Lindbergh, der 1927 als erster allein und ohne Unterbrechung den Atlantik überflog. Die Route ist die gleiche, die technischen Mittel haben sich geändert.

          Lindbergh flog ebenso wie sein Großvater eine einmotorige Propellermaschine. Doch die „New Spirit of St.Louis“ des Typs Lancair Columbia 300 ist anders als die ursprüngliche „Spirit of St. Louis“ aus Glasfasern und Kohlenstoff gebaut. An Bord hat sie ein modernes Navigationssystem. Und mit der Reisegeschwindigkeit von 184 Meilen pro Stunde war Erik Lindbergh auf der Strecke von gut 5.500 Kilometern viel schneller als sein Großvater, der bei 108 Meilen pro Stunde 33,5 Stunden brauchte. Ebenso wie damals die „Spirit of St. Louis“ gilt die 289.000 Dollar teure neue Maschine als besonders gutes Flugzeug.

          Großvater wäre „stolz und glücklich“

          „Ich will mich nicht unnötig gefährden, sondern in erster Linie an die Leistung meines Großvaters erinnern. Deshalb habe ich so viele Sicherheitsmaßnahmen wie möglich getroffen“, sagte Lindbergh vor dem Start zu Journalisten. „Endlich ist es soweit. Ich habe jahrelang davon geträumt, meine Wurzeln zu erforschen und allein über den Atlantik zu fliegen.“ Seine Schwester Kristina sagte: „Ich glaube, (unser Großvater) wäre stolz und glücklich darüber, dass sein Enkel das alles zu Stande bekommen hat."

          Denn der Lindbergh-Enkel, ein Berufspilot und Künstler aus Seattle, will mit der Nachahmung des Rekordfluges nicht nur an die große Leistung seines Großvaters erinnern. Er will zugleich seinen eigenen Triumph über eine heimtückische Krankheit feiern. Mit Hilfe neuartiger Medikamente und eines künstlichen Kniegelenks hatte er in einem jahrelangen Kampf eine schwere Arthrose weitgehend eingedämmt. Außerdem wirbt er damit auch für die „X Prize Foundation“, eine Stiftung, die zehn Millionen Dollar (rund elf Millionen Euro) auf den ersten rein privat organisierten Weltraumflug ausgesetzt hat.

          Pioniertat der Luftfahrt

          Bereits in den vergangenen Tagen hatte Erik Lindbergh die ersten Etappen des historischen Fluges seines Großvaters absolviert: Er flog zunächst vom südkalifornischen San Diego nach St. Louis und dann weiter nach Farmingdale auf Long Island. In San Diego hatte sich Großvater Lindbergh seinerzeit sein Flugzeug bauen lassen, in St. Louis hatte er nach einigen Mühen Sponsoren für sein Abenteuer gefunden. Sein Transatlantikflug gilt als Pioniertat in der Geschichte der internationalen Luftfahrt. Vor Charles Lindbergh hatten zwar bereits zwei Flugzeuge den Atlantik überquert. Das eine war jedoch nicht nonstop geflogen und das andere wurde von zwei Piloten gesteuert. Lindbergh war der erste, der den Flug alleine und ohne Unterbrechung bewältigte.

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