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Astronomie : Ultraviolett-Bilder enthüllen Sonnenaktivität

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Neue Bilder der Sonne Bild: Nasa

Die Sonne gibt Astronomen viele Rätsel auf. Das Vault-Teleskop lieferte Bilder aus der so genannten Chromosphäre, die die Vorgänge auf der Sonne ein Stück weit verstehbarer machen könnten.

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          Astronomen rätseln, warum die äußere Sonnenschicht, die Korona, über eine Million Grad heiß wird, während die unteren Schichten kühler sind. Um die Prozesse besser zu verstehen, hat die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa von einer Rakete aus Nahaufnahmen der Sonne im ultravioletten Lichtbereich gemacht. Die spektakulären Bilder zeigen ein hohes Maß an Aktivität in der so genannten Chromosphäre, einer unteren Schicht der Sonnenatmosphäre.

          Forscher des Naval Research Laboratory (NRL) machten mit dem Vault-Telskop Aufnahmen der Chromosphäre. Dabei ist es von Vorteil, das Teleskop nicht von der Erde aus zu betreiben, sondern vom All aus. Vault wurde mit einer Rakete ins Weltall befürdert und lieferte Bilder von Arealen der Kantenlänge 240 Kilometern auf beiden Seiten der Sonne. Die Bilder sind damit sehr genau - und ohne die Absorption von Strahlung in der Erdatmosphäre auch aussagekräftiger. Auf dem Weg durch die uns schützende Gasschicht wird beispielsweise Gammastrahlung und ultraviolette Strahlung abgeschirmt, und ist somit nicht mehr meßbar. Aber gerade diese Strahlen machen das solare Wetter aus.

          Vorgänge in der Korona hängen eng mit der Chromosphäre zusammen

          Das solare Wetter wird von Explosionen der Korona beherrscht. Die Astronomen hoffe, diese so genannten Flares besser zu verstehen, und damit die Vorhersagen besser treffen zu können. Flares schlagen sich auch auf der Erde nieder - die von der Sonne weggeschleuderten Teilchen stören Telekommunikation sowie Stromleitungen und können Satelliten beschädigen.

          Die Vault-Beobachtungen ergaben, daß die obere Chromosphäre der Sonne sehr strukturiert und dynamisch ist. Die Struktur haben die neuen Bilder nach Amngaben der Nasa das erste Mal sichtbar gemacht, und den Wissenschaftlern gezeigt, wie schnell sie sich ändern. Bislang gingen die Forscher davon aus, daß Veränderungen etwa fünf Minuten brauchen, um sichtbar zu werden, tatsächlich brauchen sie höchsten 17 Sekunden. Der Aufheizprozeß muß also sehr schnell vor sich gehen.

          Bei einem Vergleich der Vault-Bilder mit Bilder des Trace-Satelliten zeigen, daß die Struktur der Chromosphäre und die der Korona sehr viel enger zusammenhängen als bislang vermutet. Es scheinen also in beiden Schichten die gleichen physikalischen Vorgänge dort die Hitzeentstehung beeinflussen.

          Blasen wie kochendes Wasser

          Aber auch die ruhigen Bereiche der Sonne sind in der Chromosphäre mit Strukturen versehen. Das Plasma und das magnetische Feld der Sonne bilden in den ruhigen Bereichen in der sichtbaren Hülle der Sonne, der Photosphäre, Blasen wie kochendes Wasser, und bilden Ringe, so genannte Netzwerkzellen. Vault hat in diesen Netzwerkzellen in der Chromosphäre kleinere Einheiten gemessen.

          Die Astronomen müssen nun die überraschenden Ergebnisse auswerten und Theorien dafür entwickeln. Doch fest steht, die Wissenschaft hat noch lange nicht über unseren Mutterstern ausgelernt.

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